Warum vegetarisch ernähren?

Warum vegetarisch ernähren?

Viele Menschen konsumieren Fleisch und tierische Produkte. Ich war bis vor anderthalb Jahren auch eine dieser Personen.

Ich möchte Dir in diesem Beitrag nicht sagen, dass du jetzt kein Fleisch mehr essen sollst. Ich möchte dir eher zeigen, was möglich ist und dir Anregungen für einen bewussteren Umgang mit diesem Thema geben.

Wir Menschen essen wahrscheinlich schon immer Fleisch. Seien es Menschen die früher von Ort zu Ort gewandert sind und auf dem Weg gejagt haben um etwas zu Essen zu haben oder seien es Menschen an Orten, wo wenig Vegetation ist und es kaum andere Möglichkeiten gibt.

Das Problem liegt meiner Meinung nach nicht am Fleisch, sondern an der Haltung und daran, wie Tiere jeglicher Art behandelt werden.

Gerade in Deutschland wird Fleisch sehr billig verkauft. Das kann schon nicht für eine gute Haltung sprechen. Auch wenn die Leute von Massentierhaltung nichts wissen wollen, ist sie dennoch da und die meisten verschließen nur die Augen davor.

Fleisch ist ja auch lecker, wieso dann darauf verzichten?

Weil die Tiere, die Du isst, ein kurzes und vor allem qualvolles, langweiliges Leben hatten. Wenn du solch ein Tier isst, kannst Du keine guten Inhaltsstoffe aufnehmen, weil keine vorhanden sind. Wenn keine Inhaltsstoffe da sind, hat der Konsum auch wenig Sinn (außer dass es lecker ist) und kann teilweise sogar krankmachen.

Wenn Du aber gerne beim Fleischessen bleiben möchtest, dann könntest Du, beim Metzger einkaufen gehen. Dort weist du immerhin, wo das Tier herkommt und dass es nicht wie auf dem Fließband getötet wurde. Wenn Du auf deinen Konsum achtest und selten Fleisch isst, dann ist das, solange es sich für Dich gut anfühlt, auch in Ordnung.

Wenn Du jetzt doch ein bisschen neugierig geworden bist und wissen möchtest, was eine vegetarische Ernährung auch alles für die Umwelt tun kann, kannst Du gerne weiterlesen.

Ich möchte Dir jetzt ein paar Informationen darüber geben, wie umweltschädigend ein Fleischkonsum wirklich ist. Es ist quasi ein Blick hinter die Kulissen, der eigentlich selbsterklären und doch nicht jedem bekannt ist.

  1. Landfläche und Getreideverbrauch
Tabelle 1

Eine wichtige Sache, die irgendwie nie Beachtung findet ist, dass Tiere die wir essen, vorher auch eine Menge essen. Und viele Tiere werden regelrecht gemästet um in kürzester Zeit so viel Fleisch wie möglich anzulagern.

Das dieses Futter vorher auch irgendwo angebaut werden muss scheint vielen Menschen nicht bewusst zu sein. Die Albert-Schweizer-Stiftung hat daher aus verschiedenen Studien eine Spanne von 27 bis 49 m2 pro Kilogramm Rindfleisch erfasst (siehe Tab.1). Das kann je nach Futtermittel schwanken, daher sind genaue Zahlen schwer abzuschätzen.

Diese Flächen die für das Fleisch bzw. die Tiere angebaut werden, nehmen doppelt so viel Platz ein wie der Anbau von Kartoffeln und Weizen zusammen. Um so viel Getreide anzubauen, reicht nicht mal die Fläche in Deutschland, wodurch wir Flächen oft außerhalb der EU nutzen müssen um den Bedarf zu decken, was zu langen Transportwegen führt (next Topic).

Aber unser Getreide wird generell kaum für uns Menschen selbst angebaut, 60% wird als Tierfutter gebraucht. Nur 1/5 des Anbaus essen wir direkt.

Auch Soja dient als Kraftfutter oft für die tierische Ernährung. Ca. 70% des Sojaanbaus werden für die industrielle Tierhaltung genutzt (siehe Tab.2). Dadurch wird erneut klar, dass diese Art der Tierhaltung und der Fleischkonsum die Umwelt gefährden. An sich ist die Pflanze unglaublich flexibel und unterschiedlich einsetzbar, aber dadurch, dass für Tierfutter so viel davon gebraucht wird, muss immer mehr Regenwald abgeholzt werden.

Tabelle 2

2. Transport und CO2 Emissionen

Dadurch, dass wir Futter, aber auch Tiere, Medikamente oder Masthilfen aus anderen Ländern importieren müssen, entstehen, durch die vielen Transportwege, Umweltprobleme. Argentinien ist beispielsweise ein Land, welches viel Soja anbaut und in die Welt exportiert.

Das Treibhausgas Methan ist besonders bekannt. Dies entsteht durch das mehrfache Wiederkauen der Rinder. Die Albert-Schweizer-Stiftung erklärt, dass es sehr schwer ist, eine genaue Zahl zu nennen, da dies von vielen Faktoren wie Futter, Weideland oder Region, anhängt. Sie nennen eine schwankende Zahl zwischen ca. 10 und 30 kg CO2 pro Kilogramm Rindfleisch.

Der Transport und die CO2 Emissionen haben einen starken Einfluss auf den Klimawandel, da 14,5% alle Treibhausgase durch die Tierhaltung entsteht. Dies setzt sich aus Produktion, Verarbeitung, Methanausstoß und Lagerung zusammen.

3. Antibiotika im Fleisch

Durch die Haltung von Tieren auf engen Raum, lässt sich eine Behandlung mit Antibiotika kaum vermeiden, da sich Krankheiten schnell ausbreiten können. Das Antibiotikum gelangt so ins Fleisch, aber auch in andere Tierische Produkte. Heutzutage dürfen nur noch kranke Tiere behandelt werden, um die Rückstände klein zu halten.

So lange die gesetzlichen Rückstandshöchstmengen aber eingehalten werden ist das für Verbraucher erstmal nicht schlimm. In der EU gelten diesbezüglich auch bestimmte Gesetze, sodass Du dir darüber weniger Gedanken machen musst.

Was auftreten könnte, ist eine Antibiotika-Resistenz, wodurch Bakterien unempfindlicher gegenüber Antibiotikum werden und sich so schneller ausbreiten und schlimmere Krankheiten auslösen können. Wenn das Fleisch aber richtig durchgegart ist, sollte da auch weiter nicht viel passieren.

4. Wasserverbrauch

Der Wasserverbrauch von Rindfleisch ist immens. Mehr als 15.400 Liter werden im Durchschnitt für ein Kilogramm benötigt!

Dieses Wasser wird natürlich nicht direkt verbraucht, sondern indirekt. Ein kleiner Teil entsteht durch die Flüssigkeit, die das Tier im lebenden Zustand zu sich führt, ein sehr großer Teil entsteht beim Anbau des Futters. Insgesamt werden 98% des für Tierhaltung benötigtes Wassers beim Anbau des Futters verbtaucht. Auch hier kann je nach Futter die Zahl variieren.

Die Landwirtschaft trägt aber auch zur Wasserverschmutzung bei. Wenn Gülle zum Beispiel auf einem Feld verbreitet wird und dort versickert, gelangen Schadstoffe, die die Tiere vorher ausgeschieden haben, in den Boden und so ins Grundwasser. Dieses kann nicht durch Kläranlagen gereinigt werden.

„Ein Beispiel, das das Ausmaß dieses Problems verdeutlicht: Alleine die in Deutschland gehaltenen Schweine erzeugen doppelt so viele Abwässer wie die menschliche Bevölkerung. Dabei kommt auf jeden dritten Einwohner nur ein Schwein.“

Auch Wasserverbrauch und -verschmutzung tragen zum Klimawandel bei, nicht positiv wie Dir vielleicht aufgefallen ist.

5. Lebensmittelmüll – Ein Wegschmeißproblem

Die Menschen in früherer Zeit haben nur einzelne Tiere getötet und verzehrt, weil sie Hunger hatten. Sie haben alles bis auf die Knochen gegessen und die Knochen dann vielleicht noch für andere Dinge gebrauchen können.

Heute werden aber jährlich 348.000 Tonnen Fleisch allein in Deutschland weggeschmissen. Das entspricht etwa 7% unseren pro Kopf Fleischverzehrs.

Umgerechnet auf Schlachttiere sind das 230.000 Rinder, 1.800.000 Enten, 2.700.000 Puten, 4.100.000 Schweine und 45.000.000 Hühner, die von uns Verbrauchern jedes Jahr achtlos in den Müll geworfen werden. Diese Tiere sind völlig umsonst gestorben.

Tabelle 3

Bist Du bereits vegetarier/in oder möchtest Du es werden?
Kanntest ich Dir ein paar Anregungen geben, auf Deinen Fleischkonsum zu achten oder ganz auf ihn zu verzichten?

One thought on “Warum vegetarisch ernähren?

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