Schottland Kurztrip No.5 (b) – Ilse of Skye

Schottland Kurztrip No.5 (b) – Ilse of Skye

Unsere Reise begann vor fast drei Tagen und führte über Inverness, bis in den hohen Norden Schottlands. Mittlerweile waren wir auf der Ilse of Skye angekommen und mal wieder dämmerte es bereits. Bevor wir in unserem Hostel eincheckten, wollten wir noch eine sehr alte Brücke die über ein kleines Flüsschen führte, anschauen.

Anschließend fuhren wir weiter in die Hauptstadt der Insel, Portree, und checken im Hostel ein. Dort fragten wir, ob wir eine zweite Nacht bleiben könnten, aber da die Besitzer am nächsten Tag streichen wollten, fragten sie für uns, ob in der Jugendherberge nebenan ein Zimmer für die darauffolgende Nacht frei wäre. Als alles geklärt war, begaben wir uns auf unser Zimmer und packten aus. Abends gingen wir in den nächsten Supermarkt und kauften etwas zum Abendessen, welches wir im Hostel kochten (es kann ja nicht jeden Tag ein Take Away sein). Später spielten wir ein Kartenspiel und unterhielten uns mit ein paar australischen Backpackern, die gerade auf einer Rundreise durch Europa waren.

Am nächsten Tag wollten wir den ersten Teil der Insel genauer anschauen. Dafür starteten wir bei einem kleinen Wasserfall. Weiter sollte es zum bekannteren Old Men of Storr gehen. Zu diesem führt ein längerer Fußweg, welcher direkt an der Straße beginnt. Da die Insel mittlerweile sehr touristisch geworden ist, werden schon Parkplätze mit Eintrittsgeldern gebaut, um zum einen die Gegend zu erhalten und von Müll zu befreien und zum anderen ist es sehr lukrativ, da viele Touristen vorbeikommen, die gerne ein Parkticket bezahlen.

Wir liefen den gut ausgebauten Weg entlang und bestaunten die Landschaft. Alles war vom Nebel bedeckt, aber in Richtung Meer war die Aussicht gut. Wir gingen weiter und weiter, irgendwann fragten wir uns, ob die Felsformationen, nach denen der Old Men of Storr benannt ist, nicht bald auftauchen müssten. Kurz darauf bemerkten wir, dass diese bei gutem Wetter schon lange zu sehen gewesen wären, aber sie einfach hinter dickem Nebel versteckt waren.

Da der Weg durch das schlechte Wetter sehr matschig war, versuchten wir noch ein bisschen zu laufen, drehten aber bald um, da sich die Sicht auch nicht verbesserte.  Auf dem Rückweg unterhielten wir uns über unsere zukünftigen Pläne nach dem Studienabschluss. Bei jedem von uns war klar, dass wir nach dem Abschluss wieder für längere Zeit ins Ausland wollen und so konnten wir uns gut austauschen.

Als nächstes stand ein Ort auf der Agenda, der durch seine unbeschreibliche Landschaft Leute aus aller Welt anzieht. The Quiraing ist eine von grünen Bergen gebettete Gegend, die oft im Nebel versinkt. Auch an diesem Tag war es nebelig, wodurch alles mystisch aussah. Wir liefen über die grünen Wiesen, kletterten hier und da herum und genossen die Aussicht. Wir konnten bis zum Meer schauen. Je weiter wir nach rechts schauten, desto flacher wurde das Land, links begannen die Berge des Quiraing. Kurz darauf stiegen wir wieder ins Auto und fuhren zum nächsten Stopp. Wieder mehr im inneren der Insel kamen wir an einen Ort, an dem es Feen geben sollte.

Schon die Straße zu dem besagten Ort war wunderschön. Wir fuhren an Moosbewachsenen Steinen und Wiesen vorbei und kamen an einem Punkt aus, an dem wir unser Auto abstellen konnten. Von dort aus liefen wir einen kleinen Hügel hinauf und kamen zu einer Wiese, auf der mehrere Steinkreise ineinandergelegt wurden. Es sah toll aus und alles fühlte sich so an, als würde hier wirklich Feen wohnen. Weiter oben gab es einen kleinen Wasserfall auf dem Schafe standen und uns beobachten. Da Michelle Schafe so toll findet, musste sie direkt versuchen sie zu knuddeln, schaffte es aber nicht.

Auf einer anderen Seite gab es eine sehr alte Ruine, welche zwar als Castle betitelt ist, aber kein wirkliches Castle mehr ist. Es war trotzdem toll, einfach überall auf den Steinen herum zu klettern und die Aussicht zu genießen.

Es war wieder spät geworden und wir wollten noch zu einem Leuchtturm fahren. Dieser war ein Stück entfernt und so fuhren wir weiter. Der Weg zog sich und wir kamen einfach nicht an. Langsam wurde es dämmrig. Angekommen war es stürmig, da wir an der Küste waren. Von dort aus mussten wir einen längeren Weg laufen. Die Wiese war schlammig und wir mussten aufpassen wo wir hintraten und wir fanden erst den Weg zum Neist Point Lighthouse nicht.

Als wir ihn endlich fanden, war es schon so dunkel und uns so kalt, dass wir nicht mehr den ganzen Weg bis hinunterliefen, sondern wieder zum Auto zurückgingen und nach Portree fuhren. Der Weg dorthin führte über enge „one-line-streets“, welche teilweise von beiden Seiten mit Mauern bebaut wurden und ich kaum sehen konnte, ob Gegenverkehr kam oder nicht. Im hellen wäre die Strecke bestimmt unglaublich schön gewesen, doch wir sahen nicht viel, außer das, was unsere Scheinwerfer uns zeigten. In Portree angekommen checkten wir in der Jugendherberge ein und kochten abends gemütlich etwas.

Bisher hatten wir nur die eine Hälfte der Insel angeschaut, am nächsten Tag wollten wir die andere Seite besuchen. Auch den Ort Portree wollten wir uns genauer anschauen, denn da wir nur abends durch die Straßen gelaufen waren, konnten wir in keine Geschäfte gehen. So nahmen wir uns noch eine Stunde Zeit um durch den Ort zu laufen und die süßen kleinen Läden anzuschauen.

Als nächster Punkt stand die Talisker Bay auf unserem Programm. Dorthin fuhren wir wieder über viele kleine Sträßchen und kamen schließlich an einem privaten Gelände aus. Von dort aus mussten wir zu Fuß weiter. Der Weg führte zu einem Bauern. Dieser war die wenigen Touristen, die es dorthin verschlug schon gewohnt und kümmerte sich nicht um uns.

So liefen wir den Weg entlang und auf einmal kam uns eine kleine Katze entgegen. Mein Herz schlug sofort schneller, denn ich liebe Katzen und war total begeistert. Ich kniete mich hin um sie an mir schnuppern zu lassen und sie kam direkt zu mir. Ich durfte sie sogar hochnehmen und sie war richtig verschmust. Als wir weiterliefen, trug ich die Katze weiter auf meinem Arm und sie wollte nicht runter. Irgendwann waren wir weiter vom Hof entfernt und ich bemerkte, dass die Katze sich langsam unwohl fühlte, da sie nicht in der ihr bekannten Umgebung war. So ließ ich sie runter und ging mit den anderen weiter.

Die Bucht war Menschenleer und wunderschön, wir hatten traumhaftes Wetter. Als wir zurückkamen, fragte ich mich innerlich, ob die Katze nochmal zu uns kommen würde oder ob sie bereits weggelaufen war. Aber ich fragte mich ganz umsonst, denn sobald wir an der Stelle ankamen, an der ich sie runtergelassen hatte, kam sie schon aus dem Wald gelaufen und ich durfte sie erneut auf den Arm nehmen. Mein Tag war auf jeden Fall gerettet.

Bei dem Hof trafen wir wieder auf den Bauern, dieser hatte einen Hund, der auch noch zu uns gelaufen kam. So freuten sich auch Michelle und Cindy. Wir unterhielten uns mit dem Bauern und er sagte uns, dass es gar nicht seine Katze wäre, sondern eine frei herumlaufende. Sie würde wohl oft zu Touristen kommen, aber warum wusste er auch nicht. Sie ist wohl eine der wenigen Katzen, die Menschliche Nähe sehr gut finden. 😀

Weiter fuhren wir zu einem Ort, der wieder touristischer war, den Fairy Pools. Als wir dort ankamen, sahen wir auch dort die Bauarbeiten für Parkplätze und durften nur auf einem vorgefertigten Platz stehen. Das kostete sogar 5Pfund und sollte für die Erhaltung des Ortes genutzt werden. Da wir die Pools unbedingt sehen wollten, zahlten wir das Geld und stiegen aus dem Auto. Was wir mal wieder nicht eingeplant hatten, war, dass es keine bestimmten Pools gab, sondern der Fluss immer wieder mit tiefen Löchern versehen war (die Pools), welche magisch aussahen. Wir konnten den Fluss eine lange Zeit entlanglaufen und kamen nicht ans Ende. Wir hielten oft an, genossen die Aussicht und machten Fotos.

Als wir über eine Stunde am Fluss entlangliefen, wussten wir nicht, ob die richtige Fairy Pools schon vorüber waren oder ob sie noch kommen würden. Da wir aber noch eine relativ weite Strecke mit dem Auto zurücklegen wollten und noch andere Stopps auf der Agenda standen, entschiedene wir uns, umzudrehen. Es war wirklich ein wunderschöner Ort, aber die Fairys, nach denen die Pools benannt waren, konnte ich nicht mehr spüren. Der Ort war einfach zu touristisch geworden.

Die Fairy Pools waren unsere letzte Haltestelle auf der Ilse of Skye und so fuhren wir zurück Richtung Festland. Wir kamen erneut an der alten Brücke vom Anfang vorbei und sagten der Insel „Good Bye“. Der Plan war, bis hinter Inverness zu fahren und vorher bei den Plodda Falls einen Stopp einzukegen und so suchten wir den Weg zu diesen Wasserfällen. Als wir die richtige Straße gefunden hatten, sahen wir, dass sie privat und geschlossen war. Wir waren etwas enttäuscht, da wir an diesem Tag nicht viel gesehen hatten, aber wir wollten es auch nicht riskieren, in die Straße zu fahren, da es immer noch ein Stückchen bis zu den Fällen wäre. So ging esweiter nach Inverness.

Nach einer weiteren Nacht in einem Airbnb, machten wir uns auf zu einer Distillery, in der man sich den Prozess des Whiskygewinnens genauer anschauen konnte. Wir kamen früh dort an, aber der Mann im Shop hätte, wären wir nicht gekommen, die Anlage geschlossen. So waren wir zur perfekten Zeit dort angekommen und konnten uns alles anschauen. Wir durften den Dallas Dhu Whisky probieren (ich fand ihn scheußlich, aber ich mag auch keinen Whisky 😀 ) und bekamen einen Audioguide.

In der Brennerei gab es verschiedene Räume, in denen früher die einzelnen Schritte zum Whiskybrennen durchgeführt wurden. Wir konnten überall hineinschauen und den aufwändigen Prozess betrachten. Als wir alles gesehen hatten, legten wir die Audioguides in einen Korb, denn der Wächter war bereits gegangen, und fuhren weiter zur nächsten Destination.

Nun wollte ich Michelle und Cindy im Ort Elgin die Cathedral und den Spynie Palace zeigen, welche ich zuvor mit meinen Eltern besucht hatte. Dieses Mal waren wir schon früh dort und durften die Kathedrale von allen Seiten besichtigen. Wir konnten auch auf die noch vorhandenen Türme steigen und im inneren mehrere Ausstellungen betrachten.

Der Spynie Palace war zwar immer noch geschlossen, aber ich wusste ja bereits, dass wir trotzdem hineingehen könnten. Auch für mich war es nochmal etwas anders als beim ersten Mal, da wir nun gutes Wetter und Licht zum Anschauen der alten Ruine hatten.

Es war der vorletzte Tag der Reise und wir wollten noch bis Aberdeen, einer größeren Stadt, fahren. Auf dem Weg kamen wir noch an einem Rapunzelschloss vorbei. Dies ist sehr bekannt aus den Sozialen Medien, es sieht auch einfach unglaublich süß und märchenhaft aus. Es ist ein Schloss ganz in Rosa. Es ist relativ klein, dafür aber hoch und liegt mitten im Osten von Schottland. Zu der Jahreszeit natürlich auch schon geschlossen, aber wir wollten es uns nur von außen anschauen und einmal drum herumlaufen.

Unser letzter Halt für den Tag war das Castle Fraser, ein großes Schloss in der Nähe von Aberdeen. Wir kamen zur Dämmerung an und es wurde an diesem Tag für eine Private Feier oder ähnliches genutzt, so konnten wir es uns nur von weiter entfernt anschauen und fuhren lieber wieder, bevor jemand fragen würde, was wir dort machen (das Schloss war eigentlich auch geschlossen, aber wir dachten uns nichts und fuhren erstmal rein). So fuhren wir nach Aberdeen in unsere gebuchte Unterkunft.

Am nächsten Morgen wollten wir uns die City anschauen, bevor es weitergehen sollte. Auf dem Weg in die Innenstadt waren so viele schöne Geschäfte, in die wir hineingehen wollten, sodass wir nach einer Stunde den Weg in die Innenstadt nicht geschafft hatten und langsam weitermussten.

Es war der letzte Tag und da wir abends wieder unser Mietauto abgeben mussten, sollte es zum nächsten Castle gehen. Das Dunotter Castle ist ein sehr bekanntes, aber leider nicht im Explorer Pass enthaltenes Schloss. Es liegt auf einer Halbinsel, direkt an den Klippen. Wir fuhren auf den Parkplatz und liefen in Richtung Schloss. Da wir keine Lust hatten, den Eintrittspreis zu zahlen, schauten wir es uns von außen an, was unserer Meinung nach voll gereicht hat (von innen ist es bestimmt auch schön). Die Landschaft drum herum ist auch toll, aber stürmisch.

Das nächste Schloss welches auf uns wartete, war das Ezdell Castle. Natürlich zu der Jahreszeit auch geschlossen und es führte nur ein Privatweg dorthin, aber wir parkten unser Auto und schlichen trotzdem hinein. Da nebenan ein Haus stand, in dem sicherlich Menschen wohnten, versuchten wir leise zu sein und nicht aufzufallen. Das Ezdell Castle ist für seinen tollen Garten bekannt und auf den waren wir gespannt. Das Schloss war frei zugänglich und wir konnten innen wie außen alles betrachten, nur der Teil zum Garten war abgesperrt. Diesen konnten wir nur durch die Fenster weiter oben im Schloss sehen.

Unser letzter Stopp war die kleine Stadt St. Andrews. Dort gab es ein weiteres Schloss und eine Kathedrale zu besichtigen. Diese hatten beide zu dieser Zeit geöffnet und waren im Pass enthalten. Das Castle war sehr beeindruckend, da die Menschen früher Tunnel unter der Erde gebaut hatten, um einerseits das Schloss von außen zu erobern und andererseits diese Aktion von innen zu verhindern. Das meiste des Castles ist nur noch Ruine und steine, aber es gibt einen tollen Ausblick aufs Meer, da es direkt dort gelegen ist.

Die Cathedral ist ähnlich stark mitgenommen und zerstört worden. Dennoch gibt es viele Gräber, die betrachtet werden können.

Als es wieder dunkel wurde, fuhren wir zurück nach Edinburgh und versuchten in der Innenstadt, unsere Bustickets zu verlängern, da diese abgelaufen waren. Wir fanden ewig keinen Parkplatz, sodass wir kamen Pünktlich zum Ladenschluss ankamen und unsere Tickets nicht mehr verlängern durften. So fuhren wir zu unserem Haus und packten alle Sachen aus dem Auto und Michelle fuhr das Auto alleine zurück, damit wir nicht alle die Busfahrt bezahlen müssten.

Nach langer Zeit kam sie wieder bei uns an, wir hatten in der Zwischenzeit gekocht und konnten gemütlich zu Abend essen.

So schnell ging unser Trip zu Ende. Wir konnten unglaublich viel an Landschaft und Schlössern betrachten. Schottland ist ein wunderschönes Land, in das auch Du einmal reisen solltest. Die Ilse of Skye ist trotz der Touristenströme, eine tolle Insel mit atemberaubenden Landschaften, die man nicht verpassen darf. Mit dem Explorer Pass, der bei allen eingeschriebenen Locations zu kaufen ist, kannst Du Deine Reise um einiges billiger werden lassen und viele Orte, die vorher nicht geplant waren, entdecken. Also, wann geht es für Dich nach Schottland? Oder warst Du vielleicht schon einmal dort?

Bis Bald <3

4 thoughts on “Schottland Kurztrip No.5 (b) – Ilse of Skye

  1. Meine liebe Hanna,
    So eine wunderschöne Reise habt ihr gemacht und seid dabei zusammen gewachsen. Für mich war es schön, die Orte, die wir gemeinsam besucht haben, wieder zu sehen, auch mal im Licht, so dass ich sie richtig erkennen konnte.. Danke dir für die Geschichte und die schönen Bilder. Es lohnt sich auf jeden Fall nach Schottland zu fahren… Alles Liebe von deiner Mama

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