Mit dem Nachtbus nach Kambodscha

Mit dem Nachtbus nach Kambodscha


Da mein Visum für Vietnam nicht lange genug für meinen Aufenthalt gültig war, musste ich zwischenzeitlich ausreisen um mit einem neuen Visum zurückzukehren. Um bei meiner zweiten Einreise nach Vietnam noch Zeit für den Norden zu haben, entschied ich mich, eine Woche nach Kambodscha zu reisen und mir Angkor Wat und die Hauptstadt Phnom Penh, anzuschauen. Um Unterkünfte und Zeit zu sparen, wollte ich mit einem Nachtbus bis nach Siem Reap fahren und von dort meine Tour starten.

Hinfahrt nach Kambodscha

Über mein Hostel in Ho Chi Ming City buchte ich einen Nachtbus, die Hostelbesitzerin brachte mich nachts um 23:30 Uhr zur Abfahrtsstelle. Vorher war ich mit zwei Asiaten, die ich im Hostel kennen gelernt hatte, unterwegs etwas essen und trinken gewesen. An der Anfahrtsstelle warteten bereits mehrere Reisende. Ein Kambodschaner kam wenig später auch dazu und erklärte uns den Verlauf der Visumsbeantragung für Kambodscha. Dafür mussten wir all 35$ bezahlen (es auf einmal teurer geworden war, ich dachte es wären nur 30$) und ihm unsere Reisepässe geben.

Das alles wirkte auf mich sehr unseriös und da ich die erste war, die das Formular ausgefüllt hatte, sollte ich ihm meinen Reisepass doch schon einmal geben. Dies tat ich nur sehr ungern, aber sie meinten, es würde so an der Grenze schneller gehen. Als er dann auch noch mit meinem Pass wegging, waren bei mir wirklich alle Alarmglocken am klingeln und ich versuchte ihm unauffällig hinterher zu schauen um zu gucken, wohin er ging und ob er auch wiederkommen würde. Gleichzeitig musste ich auf meine Backpacks aufpassen, die bei den anderen Reisenden lagen. Eine doofe Situation, aber glücklicherweise kam er kurz darauf wieder. Er war, wie ich später bemerkte, nur zum Reisebus gegangen und hatte ein paar Dinge besprochen.

Als auch alle anderen das Geld bezahlt und ihre Pässe abgegeben hatten, konnten wir unsere Sachen im Bus verstauen und einsteigen. Wenn ein Nachtbus gebucht wird, steht im Internet immer, dass es ein Bett für Dich gibt, welches Du Dir mit einer zweiten Person teilen sollst, falls es zu voll ist. Als ich in den Bus stieg hoffte ich daher, dass ich ein eigenes Bett für mich bekommen würde und es mir nicht mit einer fremden Person teilen müsste. Dies klappte auch und mir wurde eine Kabine zugeteilt, in der eine Matratze mit einer dünnen Decke lag. Es waren zwei Betten übereinander und meins lag oben. Jeder hatte Vorhänge, sodass man beim Schlafen Privatsphäre hatte.

Und dann ging die Fahrt auch schon los. Wir sollten gegen 02:00 Uhr an der Grenze zu Kambodscha ankommen. Dort würden wir bis um 06:00 Uhr erstmal warten bis die Grenzen öffnen, um unser Visum zu bekommen. In der Zwischenzeit konnten wir weiterschlafen. Dies erwies sich für mich als relativ schwer, da ich andauernd das Gefühl hatte, wir wären schon über die Grenze gefahren und ich hätte es verschlafen oder ähnliches. Ich wachte immer wieder auf und kontrollierte die Zeit und schaute, ob es schon heller wird, aber die Zeit verlief wie in Zeitlupe.

Endlich war es soweit und wir konnten die Grenze passieren. Dafür nahmen wir nur unser Handgepäck mit in die Gebäude und mussten nicht viel mehr tun als warten. Die Busfahrer gingen zum Schalter und die Beamten stempelten uns die Visa in die Pässe. Anschließend konnten wir alle auf die andere Seite und zum Bus laufen. Dann ging es weiter bis nach Phnom Penh, so hatten wir noch etwas Zeit zum Schlafen.

Eigentlich hatte ich gedacht, ich kann mit diesem Bus direkt nach Siem Reap fahren, aber aus welchen Gründen auch immer hielt unser Bus vorher und wir mussten alle aussteigen. Ein paar Spanierinnen hatten dasselbe Ziel wie ich und ich war froh, nicht die einzige gestrandete Person zu sein. Die Frauen hatten mehr Plan von der Strecke als ich, daher konnte ich mich ihnen anschließen.

Dennoch mussten wir fast 2 Stunden warten, bis der nächste Bus kam. Dieser brachte uns mit einen Zwischenhalt um etwas zu essen, nach Siem Reap. Dort holte mich ein Mitarbeiter des Hotels ab, in das ich mich eingebucht hatte. Es war bereits Abend geworden und ich hatte den ganzen Tag nur im Bus verbracht, Zeitsparen war da nicht viel und kaputt war ich auch. Meine erste Erfahrung mit einem Nachtbus war nicht so überzeugend.

Rückfahrt nach Vietnam

Nach einer Woche in Kambodscha sollte es dann wieder zurück nach Vietnam gehen. Dafür buchte ich wieder einen Nachtbus, sodass ich den letzten Tag in Kambodscha voll auskosten konnte. Um 23:00 Uhr wollte ich vom Hostel zur Abfahrtsstelle laufen und wieder über die Grenze fahren. Vorher verbrachte ich noch einen gemütlichen Tag ab Pool, las ein Buch und genoss einen Tag Urlaub. Wieder im Bus hatte ich erneut Glück mit dem Bett. Ich war wieder alleine und dieses Mal sogar unten.

Wieder wurden wir zur Grenze gefahren und warteten dort bis diese öffnete. Anschließend sollten wir mit all unserem Gepäck in die Grenzhäuser gehen und dort warten. Als die meisten bereits auf die andere Seite gehen durften, kam einer der Busfahrer zu mit und fragte mich, ob ich schon ein Visum für Vietnam hätte, da ich schon mal eingereist war. Ich sagte ja und sie klärten etwas ab.

Schließlich kam der Mann zu mir und meinte, das würde nicht reichen, ich müsste hier ein richtiges Visum beantragen. Das meine war nur die „Vorleistung“. Da dachte ich schon wieder „wollt ihr mich verarschen, ich habe doch extra ein Visum beantragt“. Ich wollte diskutieren und ihnen erklären, dass ich bereits für das Visum gezahlt hatte, aber das wollten sie nicht hören. Der Busfahrer sagte, wenn ich mich nicht entscheide dieses Visum zu bezahlen, würde der Bus ohne mich weiterfahren und ich nicht auf die andere Seite kommen.

Eine unglaublich nervige Situation, schlussendlich bezahlte ich das Geld und bekam nach einer kleinen Ewigkeit meinen Stempel in den Pass gedrückt. Das hatte bei mir keine sonderlich positiven Eindrücke von Kambodscha erweckt. Es ist zwar ein wunderschönes Land, aber die Ein- und Ausreise war anstrengend. Die restliche Weiterfahrt konnte ich erstmal nicht schlafen und war froh, wieder in Vietnam angekommen zu sein. Von Ho Chi Ming City wollte ich aber auch schnell weg, daher buchte ich direkt den nächsten Bus Richtung Norden.

Fazit

An sich sind Nachtbusse eine tolle Erfindung. Du kannst schlafen und zahlst quasi Fahrt und Unterkunft in einem, aber ein richtiges Bett ist dann doch gemütlicher. Ich war froh, jedes Mal alleine in diesen Betten Platz zu finden (ein Freund der einige Jahre zuvor einen der Busse buchte, hatte dieses Glück nicht). Die Hinfahrt hat sich sehr gezogen und so war aus einer Nachtfahrt eine Tagesfahrt dazugekommen, welche ich nicht eingeplant hatte. Bei der Rückfahrt klappte dies besser, aber die Grenzüberschreitung nervte mich noch eine längere Zeit.

Diese Erlebnisse heißen aber noch lange nicht, dass jeder Nachtbus eine Katastrophe ist und in anderen Ländern klappt es vielleicht besser. Ich habe in Kambodscha ausreichend Erfahrungen dazu gesammelt und werde es nun lieber in anderen Ländern testen.

Kleiner Einblick an einen verregneten Tag in Angkor Wat 😀

Hattest Du auf Deinen Kambodschareisen ähnliche Vorfälle oder verlief Deine Nachfahrt nach Plan und ohne Probleme? Wie ist Deine Grenzüberschreitung abgelaufen? Schreibe mir Deine Erlebnisse gerne in die Kommentare.

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