20 Tipps für einen müllfreien Alltag – Teil 1

20 Tipps für einen müllfreien Alltag – Teil 1

Müll begleitet uns im Alltag wie ein dunkler Schatten, den wir nicht loswerden. Oder vielleicht doch? Zumindest können wir mit vielen einfachen Methoden unseren Müll verringern. Wenn Du keinen Anfang findest bist Du hier genau richtig, denn ich gebe dir 20 Tipps für einen müllfreien Alltag. Egal ob es um Essen, Elektrogeräte oder eine gute Vorbereitung geht, in vielen Bereichen deines Lebens kannst Du oft auf eine Müllentstehung verzichten oder dieser entgegenwirken.

Kommen wir zunächst zum Essens- und Einkaufskonsum. Hier fällt oft sehr viel Müll an und dabei gibt es in vielen Situationen Möglichkeiten, diesen zu vermeiden.

1. Iss alles auf!

Lebensmittelverschwendung ist was unsere Müllproduktion angeht ein kritisches Thema. Jeder von uns wirft ca. 80kg Lebensmittel im Jahr weg. Viele Menschen kaufen im Supermarkt Dinge, die im Angebot sind. Oft auch extra große Packungen. Zu Hause angekommen hat man vielleicht noch anderes Essen und so werden oft besonders frische Produkte vergessen und dadurch schlecht.

Durch eine gute Einkaufsplanung (Punkt 7) kannst Du hier entgegenwirken. Du musst aber auch nicht gleich alles in die Tonne werfen, nur, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist. Viele der Lebensmittel halten sich noch um einige Zeit länger, als angegeben. Ein ungeöffneter Joghurt hält beispielsweise noch mehrere Monate. Eier halten auch mindestens 4 Wochen länger als angegeben (im Kühlschrank).

Wenn Du dir bei manchen Lebensmitteln nicht sicher bist, kannst Du zuerst eine Riechprobe machen, um zu testen ob das jeweilige Produkt noch so riecht, wie es sollte, anstatt sauer oder schlecht. Wenn dich dies noch nicht überzeugt, kannst Du auch einen winzigen Bissen probieren, schmeckt dies normal, kannst Du es bedenkenlos essen.

Mancher Schimmel ist außerdem gar nicht so dramatisch wie viele denken. Schimmel bei Käse kann beispielsweise einfach großzügig abgeschnitten, der restliche Käse weiter gegessen werden. Schimmer auf Käse ist nicht giftig oder schädlich. Manche Lebensmittel schimmeln auch gar nicht, Honig oder trockene Gewürze, sowie trockengelagerte Produkte wie Nudeln oder Reis können nur schimmeln, wenn sie feucht werden. Sie halten daher theoretisch für immer.

2. Trink Leitungswasser

Leitungswasser ist um einiges besser für die Umwelt als gekauftes Wasser und das schon aus dem Grund, dass Du gekauftes Wasser fast immer in Plastikflaschen bekommst. Wenn Du dein Wasser direkt aus dem Wasserhahn trinkst, sparst Du eine Menge Ressourcen. Besorge dir einfach eine 1L Edelstahlflasche oder trinke aus dem Glas. Dies ist außerdem um einiges günstiger für deinen Geldbeutel und viel schleppen musst Du auch nicht mehr! (Das ist besonders toll, wenn Du kein Auto hast und die schweren Flaschen immer nach Hause tragen musstest.)

Wenn Du gerne Sprudelwasser trinkst, kannst Du dir ein Trinkwassersprudelgerät anschaffen. Hier kannst Du die passende Flasche einlegen und das Gerät sprudelt dein Wasser mit Luft auf. Alternativ gibt es mittlerweile sogar Wasserhähne, welche man umbauen kann, sodass Du auf Knopfdruck Sprudelwasser erhältst!

3. Nutze Stoffbeutel

Viele kennen diesen Tipp schon und nutzen ihn bereits. Dennoch möchte ich ihn hier nochmal aufgreifen, denn Plastikbeutel sind immer noch eine große Katastrophe für unsere Umwelt und werden noch häufiger benutzt, als viele denken.

Dabei sind Stoffbeutel viel schicker und besser! Du kannst dir zum einen aussuchen, wie dieser Beutel aussieht, vielleicht mit einem coolen Spruch oder einem süßen Bild? Zum anderen kannst Du ihn auch für andere Anlässe nutzen und brauchst nicht extra 10 verschiedene Taschen/ Rucksäcke. Es passt außerdem sehr viel rein und sie halten meist viel aus. Wenn sie dreckig werden, kannst Du sie einfach in die Waschmaschine werfen. Ich sehe eigentlich nur Vorteile für Stoffbeutel, denn besonders teuer sind sie auch nicht.

4. Hab Mut zur Hässlichkeit

Auch krummes Obst oder Gemüse schmeckt lecker, dennoch greifen die meisten noch immer zur perfekt geraden Gurke oder zum makellosen Apfel. Oft werden „krumme Lebensmittel“ schon bevor sie in den Supermarkt kommen, aussortiert. So merken viele Konsumenten gar nicht, dass ein Großteil von Lebensmitteln weggeschmissen wird.

Die gute Nachricht ist, dass mittlerweile einige Bioläden oder auch größere Supermärkte zumindest bei einzelnen Obst- und Gemüsesorten auch die eher „hässlichen“ Kameraden verkaufen.

Wenn Du aktiv mehr krummes Obst und Gemüse retten möchtest, gibt es eine tolle Firma namens Etepetete, diese arbeitet mit vielen Biobauern zusammen und rettet krumme Lebensmittel. Du kannst diese online bestellen und bekommst so oft Du möchtest eine Kiste zugeschickt, in der immer unterschiedliche Produkte sind. Dies ist außerdem komplett Plastikfrei!

5. Teile dein Essen

Wenn Du das Problem aus Punkt 1 selbst kennst, ist dies vielleicht eine tolle Lösung für dich. Wenn Du mal wieder zu viel Essen eingekauft hast und merkst, dass einiges schlecht werden könnte, frag doch mal deine Nachbarn, ob sie etwas davon brauchen könnten oder verschenke es an Freunde. So machst Du anderen Menschen eine Freude und das Essen wird nicht verschwendet.

Wenn Du gerne noch mehr Essen vor der Mülltonne retten möchtest, gibt es außerdem noch eine tolle Plattform namens Foodsharing. Deutschlandweit kannst Du über diese Organisation Lebensmittel von Supermärkten und Co. abholen, die sonst in den Müll wandern würden. Du bekommst diese Lebensmittel kostenfrei und kannst sie entweder selber verbrauchen, sie an Freunde, Nachbarn oder die Familie weiterverschenken. Dazu kannst Du Essen, was Du nicht loswirst an „Fairteiler“ geben, dort können Hilfsbedürftige das Essen dann kostenfrei bekommen.

So hilfst Du nicht nur der Umwelt, Du tust auch noch etwas Gutes für all die Menschen, die kaum Geld haben!

6. Kaufe unverpackt

Noch immer sind unglaublich viele Lebensmittel in Plastik eingepackt. Dabei ist dies schon lange nicht mehr notwendig. Obst und Gemüse kann ganz einfach ohne Verpackung eingekauft werden und auch trockene Produkte können in unverpackt Läden und teilweise auch in Bioläden, abgefüllt werden. Manche Produkte brauchen leider immer eine Verpackung, diese muss aber nicht aus Plastik sein, sondern könnte aus Glas, Papier oder aus anderen nachhaltigen Alternativen bestehen.

Wenn Du deinen Müll reduzieren möchtest, achte am besten darauf, wie die einzelnen Produkte eingepackt sind und ob Du sie woanders anders eingepackt oder gleich komplett unverpackt kaufen kannst. So sparst Du dir eine Menge Müll und unterstützt sogar kleine, regionale Geschäfte!

7. Bereite dich vor

Du kannst schon viele Verpackungen sparen, indem Du dir vorher kurz bewusstmachst, wo Du hingehst oder was Du einkaufen musst. Werfe vor dem Einkaufen beispielsweise vorab einen Blick in den Kühlschrank und ins Regal. Frage dich: was möchte ich in der nächsten Zeit kochen und was brauche ich wirklich dafür? Mach dir dann am besten eine Einkaufsliste und halte dich auch dran! So hast Du einen Überblick und kommst schneller an Sonderangeboten oder anderen Verkaufsschlagern vorbei.

Du kannst deine Liste auch nach den verschiedenen Abteilungen sortieren, zum Beispiel Obst & Gemüse, Nudeln, Getränke, Tiefgekühlt. So findest Du in jeder Abteilung schnell alles was Du brauchst und sparst Zeit!

Auch wenn Du anderweitig unterwegs bist, kannst Du dich entsprechend vorbereiten. Gehst Du beispielsweise ins Restaurant? Nehme doch vorab eine Dose mit, dann kannst Du Essen, welches Du nicht mehr aufessen kannst, einpacken und brauchst keine extra Verpackung vom Restaurant.

Gehst Du beispielsweise raus und machst einen Spaziergang oder triffst dich mit Freunden? Nimm dir eine auffüllbare Trinkflasche und eine Dose mit Essen mit. So musst Du, wenn Du hungrig wirst, nichts kaufen oder bestellen und bist perfekt vorbereitet!

Auch ein vegetarischer oder veganer Lebensstil kann viel Müll reduzieren und Ressourcen schonen, mehr darüber findest Du in diesen beiden Beiträgen: Warum vegetarisch?, Warum vegan?

Wie Du siehst kannst Du bei Lebensmitteln in diversen Situationen viel Müll sparen, indem Du einige Vorkehrungen triffst, die keine sonderlich großen Auswirkungen auf deinen Alltag haben. In den nächsten Punkten zeige ich dir, wie Du bei Elektrogeräten oder Technik Müll vermeiden kannst.

8. Reparieren statt wegwerfen

Nicht alles was kaputt aussieht muss gleich in die Tonne wandern. Zu lernen wie Dinge repariert werden, spart eine Menge Müll. Dies ist besonders bei Produkten gut, die aus speziellen Ressourcen bestehen, von denen es auf der Erde nur wenige Vorräte gibt. Wenn Du im reparieren nicht so talentiert bist, frage doch mal im Freundeskreis oder bei Familienmitgliedern, ob sie sich bei bestimmten Sachen besser auskennen und dir helfen können.

Weißt Du gar nicht weiter, gibt es in vielen Städten auch Repair Cafes. In diesen helfen ehrenamtliche Mitarbeiter, kaputte Dinge wieder benutzbar zu machen. Wenn ein Spezialist dran muss, suche im Internet, ob es in deinem Heimatsort einen bestimmten Techniker oder Elektroprofi gibt.

9. Verleihe

Es gibt viele elektronische Geräte oder Werkzeuge, die nur selten gebraucht werden. Anstatt sie dir selber zu kaufen frage bei deinen Nachbarn, ob jemand zum Beispiel eine Bohrmaschine oder einen Grünschnitthäcksler besitzt und Du ihn dir für einen bestimmten Zeitraum ausleihen kannst.

Andersherum kannst Du deinen Nachbarn Dinge leihen, die Du selten brauchst. So könnt ihr euch auch austauschen und eine gute Nachbarschaftsbindung entsteht. Wenn Du beispielsweise eine Leiter brauchst, um an dein Obst im zu hohen Baum zu gelangen, kannst Du deinem Nachbarn auch ein paar der Früchte schenken, er freut sich und vielleicht bekommst Du diese Geste in Zukunft zurück.

Wenn Du schon ein gutes Verhältnis mit deinen Nachbarn hast könnt ihr euch auch einzelne Geräte gemeinsam anschaffen oder Abos abschließen. So können alle die Geräte nutzen und alle sparen Ressourcen und Geld!

10. Verkaufen statt in die Tonne

Du möchtest unbedingt das neue Smartphone haben, dein altes Handy funktioniert aber noch einwandfrei? Keiner kann dich zwingen, dein altes Handy zu behalten, aber wegschmeißen musst Du es deswegen noch lange nicht! Besonders Elektrogeräte enthalten viele seltene Rohstoffe, welche umständlich abgebaut werden müssen. Jedes neu hergestellte Gerät beeinträchtigt die Erde daher umso mehr. Anstatt deine noch funktionierenden Geräte in die Tonne wandern zu lassen, verkaufe sie einfach. Das tut der Umwelt und deinem Geldbeutel gut.

Wenn Du Freunde hast oder jemanden kennst, der gerade das Gerät sucht, das Du loswerden möchtest, verschenke es an denjenigen oder mache einen Freundschaftspreis. Sonst gibt es neben Ebay noch diverse Webseiten, auf denen Du speziell elektronische Produkte verkaufen kannst. Kennst Du zum Beispiel schon Rebuy.de, Handysfuerdieumwelt.de oder flip4new.de?

Wenn dein Gerät nicht mehr zu retten ist, werfe es auf keinen Fall in den normalen Haushaltsmüll! Elektronische Geräte müssen gesondert entsorgt werden. Dafür kannst Du zu Werkstoffhöfen oder teilweise zu Elektromärkten gehen.

11. Geh nicht mit jedem Trend

Muss es wirklich das neuste Smartphone sein? Viele kaufen sich alle 2 Jahre ein neues Handy, dabei reicht das alte noch vollkommen aus. Du musst bei diesen Trends nicht mitmachen! Wenn Du ein neues Elektrogerät haben möchtest oder dein altes nicht mehr funktioniert, suche nach einer Secondhand Alternative für Technik. So lange dein Gerät noch gut funktioniert, nutze es auch so lange wie möglich. Wenn Kleinigkeiten kaputt gehen sollten, halte dich an Punkt 8 und versuche dein Gerät so gut es geht noch einmal zu reparieren, bevor es endgültig in den Elektrohimmel wandert.

In diesen ersten 11 Punkten habe ich schon einige Tipps zu Lebensmitteln und technischen Geräten aufgedeckt. Ich hoffe, ich konnte dir einige Beispiele und Hilfestellungen bieten, wie Du in Zukunft noch mehr Müll sparen kannst. In Teil 2 dieses Themas werde ich noch auch weitere Gebiete eingehen, sodass Du auf allen Wegen gut gewappnet bist und einem Zero Waste Lifestyle nichts mehr im Weg steht!

Welche Methoden waren dir schon bekannt und welche noch völlig fremd? Versuchst Du dich bereits an einem Zero Waste Lifestyle? Wenn ja, wie klappt es bei dir und welche Tipps kannst Du noch weitergeben?

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