Ernährung

15 Gütesiegel auf Lebensmitteln

Jeder kennt die unterschiedlichen Gütesiegel, welche auf Lebensmittelverpackungen zu finden sind. Einige zeigen, dass die Produkte für Vegetarier*innen oder Veganer*innen geeignet sind, andere deuten auf eine faire Produktion hin. Viele Konsumenten sehen die Siegel als Qualitätszeichen an und bevorzugen diese bei einem Kauf. Doch welche Gütesiegel es auf Lebensmitteln gibt und was sie genau bedeuten, werde ich heute erklären.

Für die unterschiedlichsten Branchen gibt es Gütesiegel, ich werde mich hier aber nur auf Lebensmittel beziehen (da gibt es schon genügend Siegel). Dabei erkläre ich, wer hinter dem Siegel steckt, für welche Produkte es gilt und welche Voraussetzungen die Produkte erfüllen müssen.

1. Bio-Siegel (deutsch)

Bio-Siegel (deutsch)

Im Jahr 2001 wurde dieses Siegel vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eingeführt.

Es kennzeichnet Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) und soll klar definierte gesetzliche Regelungen der biologischen Landwirtschaft fördern. Das Siegel ist eine verlässliche Orientierungshilfe um Bio-Lebensmittel auf einen Blick zu kennzeichnen. Das Bio-Siegel ist zudem nur ein Zusatzsiegel zu dem seit 2010 verpflichtenden EU-Bio-Siegel.

Es wird auf zertifizierten Bioprodukten wie, Fleisch-, Milch und Getreideprodukten, sowie auf Gemüse, Obst und Gewürzen, abgebildet.

Das Label kann kostenfrei und unbürokratisch beantragt werden und auf getesteten Lebensmitteln angebracht werden. Wer sich mehr mit diesem Siegel beschäftigen möchte findet hier mehr Informationen zur Beantragung. 

2. EU-Bio-Siegel

EU-Bio-Siegel

Das EU-Bio-Siegel wurde 2010 von der Europäischen Union eingeführt und soll Produkte aus kontrolliert biologischen Anbau kennzeichnen.

Dieses Siegel löst das oben genannte Bio-Siegel ab. Produkte aus lebenden oder unverarbeiteten Erzeugnissen, aus Landwirtschaft oder Aquakultur, sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse werden zertifiziert.

Das Siegel zeigt Verbraucher*innen, dass auf chemischen Pflanzenschutz- und Düngemittel verzichtet wurde. Tiere bekommen biologisch angebaute Futtermittel und Antibiotika ist verboten. Ein Produkt, welches das EU-Bio-Siegel trägt muss mindestens zu 95% aus biologischen Produkten bestehen.

Beantragen müssen Betriebe das Siegel über eine Kontrollstelle gemäß der EU Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau. 

3. Bioland Siegel

Bioland

Das Bioland Siegel wird vom Bioland-Verband für organisch-biologischen Landbau e.V. vergeben. Mehr als 8.000 Erzeugerbetriebe gehören diesem Verband an. Das Siegel gibt es nur in Deutschland und Südtirol und zeichnet eine 100 Prozentige Bioqualität aus.

Der Verein hat sich das Ziel gesetzt, die Lebensgrundlange auf unserer Erde zu bewahren und strebt einen vollständigen Umbau der Land- und Lebensmittelwirtschaft an. Das Siegel richtet sich nach dem EU-Bio-Siegel und geht über diese Anforderungen hinaus. Die Produkte sind ökologisch und regional.

Das Logo ist auf verschiedenen Produkten wie Fisch, Milch oder Getreide, sowie auf Gemüse, Obst, Gewürzen und Getränken zu finden.

Um das Siegel auf eigenen Produkten abbilden zu dürfen, muss der Erzeugerbetrieb Mitglied des Vereins sein. Dies kann über mehrere Stellen in Deutschland durchgeführt werden. Für mehr Informationen kannst Du gerne hier vorbeischauen.

4. Demeter

Demeter

Demeter e.V. ist ebenfalls ein Verein und ein Öko-Anbauverband. Der Verband schütz im Auftrag des Forschungsrings für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise e.V. alle eingetragenen Demetermarken. Demeter gilt außerdem als strengstes Sigel in Deutschland.

Bei diesem Siegel geht es in erster Linie um die Qualität und Gesundheit es Bodens. Dieser darf nur mit Hummus und schonend bearbeitet werden. Pflanzen werden in Fruchtfolge angebaut, sodass die Lebendigkeit des Bodens aufrecht gehalten werden kann.

Ein Demeter-Betrieb muss immer Tierhaltung beinhalten, da der Dünger hofeigen sein muss. Die Tierhaltung darf keine tierquälerischen Praktiken aufweisen. Außerdem muss das Futter zu 50% vom eigenen Betrieb oder von umliegenden Betrieben stammen. Zwei Drittel müssen Demeter Qualität aufweisen.

Das Logo wird auf Fleisch- und Milchprodukten, sowie Obst, Gemüse, Gewürzen und Kosmetikprodukten abgebildet.

Um Das Siegel verwenden zu dürfen, müssen die jeweiligen Betriebe im Verbund Mitglieder sein und sich einer Kontrolle unterziehen.

5. Naturland

Naturland - Lebensmittel

Naturland ist ein weit verbreiteter Verband. Der basisdemokratische Bauernverband Naturland für ökologischen Landbau e.V. ist weltweit in 54.000 Betrieben verbreitet.

Ziel des Siegels ist es, hohe ökologische Standards beim Anbau und der Verbreitung von Lebensmitteln durchzusetzen. Aber auch soziale Aspekte, wie den Ausschluss von Kinderarbeit und Wahrung der Menschenrechte, sind ein wichtiger Bestandteil.

Die Richtlinien beziehen sich auch auf die EU-Bioverordnung, überschreiten sie aber auch. Nicht nur das Produkt, sondern auch der ganze Betrieb muss sich an die Richtlinien halten. Dabei stehen eine nachhaltige Wassernutzung und einen Nährstoffreicher Boden, sowie eine begrenzte Düngermenge im Vordergrund.

Betriebe müssen Tiere unter weitaus besseren Bedingungen halten, als bei der EU-Verordnung. Legehennen müssen beispielsweise das ganze Jahr Freilauf in einem Außengehege bekommen. Das Futter muss mindestens zu 50% aus dem eigenen Betrieb stammen.

Das Siegel ist auf Fleisch-, Milch- und Getreideprodukten, sowie Gemüse, Obst und Gewürzen zu finden. Diese Produkte werden regelmäßig kontrolliert.

6. Biozyklisch-Veganer Anbau

Biozyklisch-Veganer Anbau

Das Biozyklisch-Veganen Siegel wird von der Adolf-Hoops-Gesellschaft ausgestellt. Die Herausgeber haben die Rechte an die ideell ausgerichtete Gesellschaft zur Förderung der biozyklischen Idee übertragen, um eine langfristige, nicht gewinnorientierte Nutzung des Labels sicherzustellen. Aktuell wird das Siegel in Zypern von Biocyclic Network Services verwaltet.

Erst 2016 wurde das Siegel eingeführt, daher gibt es erst wenige Produkte in Deutschland mit diesem Siegel. In anderen Ländern wie Griechenland sind schon weitaus mehr Produkte mit diesem Siegel im Umlauf.

Lediglich Produkte aus einer ökologischen Landwirtschaft, auf einer rein pflanzlichen Basis dürfen dieses Siegel tragen. Der Anbau schließt kommerzielle Nutz- und Schlachttierhaltung aus und darf keinerlei Betriebsmittel tierischen Ursprungs verwenden. Besonders Wert wird auf die Förderung der Artenvielfalt und einen gesunden Boden gelegt. Neben den hohen Richtlinien für Böden, Umwelt, Tiere und Pflanzen sind auch die Sozialstandards sehr hoch angelegt.

Das Siegel macht dem Konsumenten deutlich, dass ein Produkt aus ökologischen und veganen Prinzipien hergestellt und verarbeitet wurde.

Um ein solches Label zu erhalten müssen sich Betriebe einer erfolgreichen Kontrolle und Zertifizierung unterziehen. Mehr Informationen dazu findest Du hier.

7. ProVeg – das V-Label

ProVeg

Das V-Label ist mittlerweile weit verbreitet und zwei Variationen sind bekannt, das vegetarische und das vegane Siegel. In Deutschland wir das Siegel von ProVeg Deutschland e.V. vergeben.

Produkte die das vegetarische Logo tragen, dürfen keine Bestandteile von Tieren verwenden, lediglich tierische Erzeugnisse dürfen verarbeitet werden. Eier aus Käfighaltung sind ebenfalls verboten.

Produkte die das vegane Logo tragen, dürfen weder Bestandteile von Tieren, noch deren Erzeugnisse beinhalten. Auch im Produktionsprozess sind tierischen Produkte verboten.

Tierversuche am Endprodukt sind, genauso wie genetisch veränderte Zutaten, nicht erlaubt.

Das Zertifikat können Betriebe in nationalen Zertifizierungsstellen in ganz Europa beantragen. Die Kontrollen der produzierten Waren erfolgt Stichprobenartig.

8. Veganblume

Das Siegel der Veganblume wird von der Vegan Society England in der ganzen Welt vergeben. Weltweit sind über 40.000 Produkte mit diesem Siegel gelabelt.

Das Siegel ist besonders empfehlenswert für vegan lebende Menschen, denn bei der Herstellung dürfen keinerlei tierische Produkte, tierische Nebenprodukte oder aus Tieren gewonnene Rohstoffe verwendet werden. Auch Tierversuche sind ausgeschlossen.

Genetisch veränderte Produkte müssen klar auf der Verpackung gekennzeichnet und dürfen ebenfalls nicht aus Tieren gewonnen worden sein.

Fun Fact: Donald Watson, der Gründer des Siegels war auch der Erfinder des Wortes „vegan“.

9. EcoVeg

EcoVeg

VegOrganic e.V. vergibt das 2014 eingeführte EcoVeg Siegel. Die Gründer des Vereins schlossen sich zusammen um sich für einen nachhaltigen und gesunden Lebensstil einzusetzen.

Das Siegel soll vegane Lebensmittel klarer kennzeichnen und Konsumenten deutlich machen, dass in der Produktion keine Bestandteile von Tieren oder Tiere selbst, verwendet wurden.

Das Siegel darf außerdem nur in Verbindung mit dem EU-Bio- Siegel auf Produkten abgebildet werden. Betriebe müssen sich daher an die Regeln und Prüfbestimmungen des Vereins halten, als auch an die Kontrollen des EU-Bio-Siegel.

10. Fairtrade

Fairtrade

Das Fairtrade Siegel wird vom Dachverband Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) e.V. vergeben. Anders als andere Lebensmittelsiegel ist dieses in drei Kategorien eingeteilt – soziales, ökologisches und ökonomisches.

Ziel ist es, faire Handelsbedingungen für benachteiligte landwirtschaftliche Produzenten und Arbeiter in Entwicklungsländern entstehen zu lassen und zu verbessern.

Die sozialen Standards sollen Kleinbauern und den Zusammenschluss von Bauer*innen zu Kooperationen unterstützen. Es gibt außerdem geregelte Arbeitsbedingungen, sodass Kinder unter 15 nicht auf solchen Farmen arbeiten dürfen. Oft gibt es vereinbarte Mindestpreise für die Arbeiter. Der Anbau soll umwelt- und ressourcenschonend durchgeführt werden und gefährliche Pestizide und genetisch verändertes Saatgut sind verboten.

 Das Siegel ist auf Bananen, Kakao, Kaffee, Tee oder Blumen zu finden.

Kritisch ist jedoch, dass Fairtrade Produkte nicht zu 100% aus Fairtrade Produkten bestehen müssen. In vielen Produkten müssen nur 20% der Inhaltsstoffe unter Fairtrade Standards produziert worden sein.

Die NGO Fairtrade International unterstützt Produzenten das Siegel zu bekommen. Flocert GmbH kontrolliert die Zertifierung und Einhaltung des Siegels.

11. Fair For Life

Fair For Life Programme

Das Fair For Life Siegel wird von der Bio-Stiftung Schweiz vergeben (1987 gegründet). Die Stiftung setzt sich für Bio-Landwirtschaft, Umweltbewusstsein, soziale Gerechtigkeit, Fairen Handel und den Erhalt von biologischer Vielfalt ein.

Produkte welche dieses Siegel tragen sind aus sozialverträglichem und umweltfreundlichem Anbau gewonnen und sind zusätzlich unter fairen Bedingungen gehandelt.

Das Siegel wird nur vergeben, wenn alle der Anforderungen in der gesamten Wertschöpfungskette erfüllt sind. Es ist auf Fleisch-, Milch und Kosmetikprodukten, sowie Obst, Gemüse, Gewürzen, Kaffee, Tee und weiteren Getränken zu finden.

Mehr Informationen zur Beantragung des Siegels findest Du hier.

12. Hand in Hand

HAND IN HAND – Rapunzel

Das Hand in Hand Siegel wird von Rapunzel Naturkost GmbH seit 1992 vergeben. Die Bio-Marke produziert und verkauft Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft.

Das Ziel des Siegels ist es, faires Handeln mit ökologischen Anbau zu verknüpfen. Dabei werden nicht nur Eigenprodukte von Rapunzel zertifiziert, sondern auch diejenigen, die aus mindestens 51% aus fair produzierten Rohstoffen hergestellt wurden. Das Siegel hält sich an die Richtlinien des EU-Bio-Siegels, Rapunzel hat überdies aber noch weitere eigene Richtlinien erstellt.

Zertifizierte Produkte sind: Getreide, Trockenfrüchte, Wein, Schokolade und Kaffee. Produkte die nur aus einer Zutat bestehen (Kaffee) müssen zu 100% von einem Hand in Hand Lieferanten stammen, Produkte mit mehreren Zutaten müssen zu über 50% daraus stammen.

Für mehr Informationen über das Siegel oder die Beantragung kannst Du gerne hier schauen.

13. Gäa – Ökologischer Landbau

Gäa – Ökologischer Landbau

Das Gäa Siegel wird vom Gäa e.V. – Vereinigung ökologischer Landbau seit 1989 vergeben. Der Anbauverband wird von Landwirten, Verarbeitern und Handelsfirmen vertreten.

Das Siegel soll den ökologischen Landbau in einem möglichst geschlossenen Betriebskreislauf fördern, dabei deckt es die drei Bereiche Landschaftspflege, Pflanzenbau und Tierhaltung ab. Wichtig ist,dassdDie Fruchtbarkeit der Böden erhalten bleibt und verbessert wird. Gezüchtete Pflanzenarten und Tierrassen sollen geschützt werden.

Das Siegel ist auf Fleisch-, Fisch- und Milchprodukten, sowie auch Obst, Gemüse, Bier, Backwaren, Eis, Saft und Tee zu finden.

Das Gäa Siegel setzt die Einhaltung des EU-Bio-Siegels voraus, geht aber mit weiteren Anforderungen noch darüber hinaus. Mehr Informationen zu der Zertifizierung findest Du hier.

14. Pro Planet

Pro Planet

Das Siegel wird vom Handelsunternehmen REWE Group an konventionell erzeugte Lebensmittel, Gebrauchsartikel und Dienstleistungen der Rewe-Eigenmarke vergeben. Teilweise ist es auch auf anderen Textilien oder Papier zu finden.

Rewe sieht eine wichtige Aufgrabe darin, Kunden hochwertige Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Dabei möchten sie auch auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit achten. Aus diesem Grund hat das Unternehmen 2010 dieses Label eingeführt.

Es werden Produkte gekennzeichnet, welche Schritt für Schritt in diesen genannten Aspekten verbessert und ausgebaut werden, um einen nachhaltigen Konsum in der Breite zu fördern.

Weiteres findest Du hier.

15. Marine Stewardship Council (MSC)

Marine Stewardship Council

Der MSC ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation welche sich auf Fischereien spezialisiert hat. Hier wird der Umwelt- und Rückverfolgbarkeitsstandard der Lieferkette der Fischereiunternehmen geprüft.

Das Siegel wird vergeben, da an Weltmeere voller Leben und an einen nachhaltigen Fischfang weltweit geglaubt wird. Das Ziel ist, die Fischbestände im Meer zu erhalten und sie als Nahrungsquelle für zukünftige Genrationen zu sichern. Dazu können sich Fischereien an unabhängigen Zertifikationsstellen bewerten und mit dem MSC Siegel auszeichnen lassen.

Das Siegel unterliegt strengen Regelungen. Gibt es nach Meinung des MSC Verbesserungen die eine Fischerei noch vornehmen könnte, muss es dies umsetzen, soweit dies möglich ist, um das Siegel zu erhalten.

Nun hast Du einen guten Einblick in verschiedene Gütesiegel auf Lebensmitteln und die Hintergründe dazu. Ich hoffe, Du konntest einiges dazulernen und kanntest das ein oder andere Logo schon von Produkten die Du häufiger kaufst.

Für mich waren viele Siegel dabei, die ich noch gar nicht kannte (z.B. Biozyklich-Veganer Anbau, MSC). Ich werde in Zukunft auf jeden Fall häufiger darauf achten, ob und welches Siegel auf den Produkten ist, welche ich kaufen möchte. Ich bin gespannt welche ich alle finde.

Wer sich bei einigen Siegeln und deren Hintergrund unsicher ist, findet außerdem in der App „NABU Siegel-Check“ viele der Logos wieder. Hier kannst Du ein unbekanntes Siegel scannen um herauszufinden, was genau dahinter steckt und wie ökologisch die Produkte beispielsweise hergestellt werden. (Es sind leider nicht alle Siegel in der App, daher kann es machmal zu Problemen kommen.)

Erzähl mir gerne, welche Gütesiegel auf Lebensmitteln für dich neu waren und welche Produkte Du vielleicht gerade wegen ihrer Siegel kaufst? Ich freue mich von dir zu hören!

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