Allgemeines, Neuseeland

WWOOFen – Meine Erfahrungen in Neuseeland

WWOOFen (World Wide Opportunities on Organic Farms) ist eine tolle Möglichkeit, günstig das Land zu bereisen und die Einheimischen kennen zu lernen. Die Idee dahinter ist, dass Reisende sich einen Bauernhof oder eine Familie aussuchen können, in der sie einige Zeit verbringen wollen und dort gegen ein paar Stunden Arbeit, eine kostenlose Unterkunft und Verpflegung erhalten.

WWOOFen Allgemeines

Du kannst dich auf der Webseite, genau wie die Hosts (Einheimsiche, die das WWOOFing anbieten wollen), anmelden. Die Anmeldegebühren kosten ca. 45€ pro Jahr, um sich bei der Webseite zu Registrieren. Du musst dich hier im Voraus für ein spezielles Land entscheiden, wenn Du also ein Work and Travel machen möchtest, ist das eine tolle Gelegenheit, dich fürs WWOOFen anzumelden.

Hast Du dir dich registriert, kannst Du in über 130 Ländern auf die Suche nach möglichen Hosts gehen. Diese kannst Du anschreiben und nach passenden Terminen fragen. Wenn alles klappt, bekommst Du die Adresse und kannst dorthin fahen.

Vor Ort bekommst Du meist entweder ein Zimmer im Haus oder eine kleine Hütte, in der Du übernachten kannst. Gegessen wird mit der Gastfamilie, diese kocht für dich mit. Das ist wirklich toll, denn so gibt es zur Abwechslung richtig leckeres Essen (viel besser als Backpackeressen)!

Die Arbeitzeiten variieren meist zwischen vier und sechs Stunden pro Tag und können alles mögliche beinhalten. Manchmal gibt es die Aufgabe Grünzeug zu entfernen oder Du sollst Brennholz hacken. Es gibt immer etwas neues zum ausprobieren.

Meist verabredest Du schon vorab wie lange Du bleibst, aber wenn es dir gut gefällt und Du gut mit der Familie klar kommst, ist es manchmal auch möglich, den WWOOFing Zeitraum zu verlängern.

Meine Erfahrungen beim WWOOFen

WWOOFen auf der Südinsel

Ich habe in Neuseeland mehrmals die Möglichkeit genutzt und war dreimal WWOOFen. Zum ersten Mal war es irgendwo auf der Südinsel zwischen Dunedin und Christchurch, mitten in der Pampa. Wir waren zu dritt unterwegs und wollten WWOOFen einmal ausprobieren, bevor Nico nach Australien fliegen wollte. So fanden wir eine nette, junge Familie mit einer riesigen Farm.

Ben und Beth hatten gerade ein Baby bekommen und gleichzeitig eine Menge Tiere zu behüten. Ben zog Bullen groß, um sie dann teurer zu verkaufen, als er sie angekauft hatte. Als „Haustiere“ hatten die beiden viele weitere Tiere wie, Hunde, Hühner, Pferde, Schafe, Ziegen, eine Kuh und Schwäne.

Wir wollten ca. eine Woche dort verbringen und sollten immer um die 4 Stunden bei den Arbeiten helfen. Wir konnten also fast jeden Tag etwas anderes ausprobieren. An einem Tag sollten wir zum Beispiel Heu zum trocknen rausstellen, ein anderes Mal sollte ich mit einem Auto, an dem ein Reifen befestigt war, über die Weide fahren und so den Kot der Tiere verteilen. Wir zerkleinerten dicke Äste zu Feuerholz, sammelten kleinere Äste, stapelten sie zu großen Haufen und entsorgten Disteln mit Gift und Hacken.

Wir arbeiteten morgens und zwischendurch gab es Lunch. Das wurde von Beth zubereitet und war immer super lecker. Durch die Kühe der beiden gab es häufig Fleisch der eigenen Tiere und viel Gemüse dazu. Wir waren jedes Mal überwältigt, da wir so gutes Essen als Backpacker nicht mehr gewohnt waren.

Nachmittags hatten wir Freizeit. Manchmal fuhren wir in das nächste Dorf oder gingen an einem nahen gelegenen Fluss im eiskalten Wasser Baden. Abends nach einem weiteren köstlichen Essen redeten wir mit unseren Gastgebern oder Skypten mit der Familie oder den Partnern in Deutschland und brauchten dabei fast das ganze WLAN der beiden auf.

Nach einer Woche hatte es uns so gut gefallen, dass wir unsere Zeit auf der Farm verlängern wollten. Das war möglich und so verbrachten wir insgesamt fast zwei Wochen Mitten im Nirgendwo.

Zwischenzeitlich retteten wir in dieser Zeit ein zugelaufenes Katzenjunges und päppelten es wieder auf. Es war unglaublich süß, auch wenn es zu Beginn sehr ängstlich war.

Ein paar Tage vor unserer Abreise kamen zwei weitere Tierbabies in die Familie. Da vorher einer der älteren Hunde gestorben war, kauften die beiden zwei Welpen. Die waren voller Lebensenergie und super neugierig.

WWOOFen im Working Hostel

Als wir nur noch zu zweit in einem weiteren Working Hostel waren, gab es erneut die Möglichkeit, sich den Aufenthalt zu vergünstigen. Wenn wir gerade keinen Job auf einem Feld hatten, konnten wir in dem Hostel WWOOFen und für ein paar Stunden am Tag, unsere Übernachtungskosten verringern.

Jeder Tag an dem wir im Garten halfen oder die Küche säuberten, konnten wir eine Nacht kostenfrei übernachten. Da es ein chaotisches Hostel war, gab es immer etwas zu tun für uns Backpacker. Die Aufgaben waren verschieden, manchmal arbeitete ich für ein paar Stunden im Gemüsebeet oder baute etwas zusammen. Der Rest des Tages stand uns frei zur Verfügung und wir konnten uns die Gegend anschauen, etwas mit den anderen Hostelbewohnern unternehmen oder eine Serie schauen.

WWOOFen auf der Nordinsel (Aucklandregion)

Kurz bevor ich wieder nach Deutschland flog, wollten wir die kostengünstige Methode ein weiteres nutzen und schauten nach WWOOFing Möglichkeiten in und um Auckland. Wir fanden eine ältere Dame, mit einem großen Anwesen. Für sie allein war es viel zu groß und da suchte sie WWOOFer, die ihr mit dem Garten halfen.

Bei ihr wollten wir ca. 6 Tage bleiben und anschließend sollte sich der Weg meines Reisepartners und mir trennen. Im Haus angekommen bekamen wir unser Zimmer mit einem riesigen Bett. Abends wurden wir lecker bekocht.

Wir halfen ca. 4 Stunden pro Tag im Garten und hatten verschiedene Aufgaben. Einmal sollten wir die Hecke schneiden oder Holzspäne über den Pflanzen platzieren. Im Allgemeinen waren es leichte Aufgaben, für die wir viel zu viel Zeit hatten, aber uns war das ganz recht, so konnten wir die Zeit genießen und nebenbei die letzte Zeit genießen.

Die Frau selber war tagsüber fast nie zu Hause. Wir durften uns in der Zeit am Kühlschrank bedienen und hatten das Haus für uns. Einmal zeigte sie uns ihr Luftgewehr und wir durften im Garten auf Dosen zielen. Sie zeigte uns auch, wie man ein Feuer entfacht und wir hatten zusammen eine Menge Spaß.

Schließlich brachte sie uns zurück zur Bahnhofstation und wir verabschiedeten uns von ihr. Da ich in einer Woche zurückfliegen würde, wollte ich meine letzte Zeit bei einer WWOOFing Familie verbringen und schaute wieder, ob ich innerhalb von Auckland jemanden finden konnte.

WWOOFen auf einer Macadamianuss-Farm

Fündig wurde ich bei einer Macadamianuss-Farm, welche von einer Familie geführt wurde. Der Mann hatte einen Job in der Stadt und die Frau vertrieb die Macadamiabäume und einen kleinen Shop mit Produkten. Wir WWOOFer sollten 5 Stunden mithelfen, die Nüsse von den Bäumen zu rütteln. Es gab dieses Mal noch andere WWOOFer, so war ich nicht allein. Wir hatten eine kleine Hütte zum Schlafen und bekamen drei Mahlzeiten am Tag.

Das Arbeiten mit den Nüssen war interessant, da wir mit Leitern in die Bäume klettern mussten und die Nüsse mit einer Art Harke, von den Bäumen ziehen sollten. Bei den Blättern war vorsicht geboten, da deren Stacheln piksten. Die Nüsse fielen auf den Boden auf eine Plane und wurden am Ende in Eimern aufgesammelt. Danach mussten sie trocknen und konnten später weiter verarbeitet werden. Dies war unsere Arbeit an sechs Tagen der Woche, Sonntags hatten wir einen freien Tag.

Mit der Familie und ihren drei Kindern kamen wir alle super aus. Auch die Kinder waren die verschiedenen WWOOFing Menschen schon gewohnt. Mit der Tochter verstanden wir uns besonders gut, sie schenkte uns sogar einen Gtuschein für einen Schwimmbadbesuch und zeigte uns an unserem freien Tag Auckland und die Umgebung.

Als mein Rückflug in Auckland anstand, nahm mich der Vater morgens mit in die Stadt. Auf dem Weg brachten wir die beiden kleinen Söhne in die Schule. Sie waren in der Grundschule und diese wurde mir dann natürlich einmal ganz genau gezeigt. In Auckland hatte ich anschließend genügend Zeit um ein paar Dinge zu erledigen und schließlich ins Flugzeug einzusteigen.

Eine zweite Variante

Möchtest Du auf einer Reise mehrere Länder bereisen, ist die Webseite Workawayers eine bessere Lösung für dich. Dort kannst Du dich ab 39€ im Jahr registrieren und Hosts auf der ganzen Welt finden.

Ich habe diese Variante noch nicht ausprobiert, werde sie aber auf meiner nöchsten Reise nach Nordamerika nutzen und davon berichten.

Update: Worldpackers

Vor kurzem habe ich noch eine weitere Alternative kennen gelernt, um in der ganzen Welt Locals kennen zu lernen und einige Zeit bei ihnen zu verbringen. Die App heißt Worldpackers und ist im Appstore zu finden (sonst gibt schau auf der Webseite www.worldpackers.com nach). Möchtest Du ein Member werden kostet dich dies 49$ für ein Jahr.

Du kannst nach verschiedenen Programmtypen die dich besonders interessieren oder nach einzelnen Ländern filtern. Viele der Hosts setzen sich mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit außeinander. Aber Du kannst auch ganz klassisch in Hostels oder auf Famen mithelfen.

Bisher habe ich mit dieser Webseite/ App noch keine Erfahrungen, aber ich werde das auf meiner nächsten Reise auf jeden Fall ändern und möchte gerne in mehreren Ländern diese Alternative ausprobieren.

Fazit

Alle meine WWOOFing Erfahrungen waren toll und ich habe jedes Mal liebe Menschen kennengelernt, daher kann ich WWOOFen auf jeden Fall empfehlen. Du musst aber ein bisschen darauf achten, welche Familie Du dir aussuchst, da Backpacker häufig auch negative Erfahrungen gemacht haben. Manche mussten viel mehr arbeiten oder die Gastgeber waren super unfreundlich. Das sollte sich aber nicht aufhalten, es einmal auszuprobieren.

Alle drei Varianten sind eine super Methode um kostengünstig die Welt zu bereisen. Gleichzeitig lernst Du in den meisten Fällen tolle Menschen kennen und kommst der Kultur der Einheimischen näher. Es ist für beide Seiten eine win-win Situation die einen großen Mehrwert hat.

Hast Du schon einmal geWWOOFt oder warst Du schon mal ein Workawayer? In welchen Ländern hast Du Erfahrungen mit dieser Art zu Reisen gemacht? Mich interessieren deine Eindrücke, besonders zu den Workawayers, sehr!

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