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Ein Wochenende in Freiburg

Letzte Woche habe ich ein längeres Wochenende in Freiburg verbracht um ein paar Freunde zu besuchen. Gleichzeitig fand dort ein kleines Online Festival statt, an welchem sie teilgenommen haben und ich mitmachen durfte. So lernte ich zum einen die Stadt kennen und zum anderen die wunderschöne Schwarzwaldregion drum herum.

Allgemeines zu Freiburg

Freiburg ist eine schöne Universitätsstadt im Südwesten Deutschlands. Über 230.000 Menschen leben in der sonnenreichsten Stadt Deutschlands. Es gibt eine tolle Altstadt mit vielen kleinen Gassen und alten Gebäuden. Außerdem liegt Freiburg sehr im grünen, überall gibt es Parks und wunderschöne, grün Gärten. Drum herum liegt der Schwarzwald mit seinen Bergen und Nadelbäumen, es dauert also nicht lange, bist Du in der Natur bist. Auch in Sachen Umwelt liegt die Region im Breisgau weit vorne, Freiburg gilt als die Fairtrade Stadt und wurde schon mehrfach ausgezeichnet. Für Menschen wie mich, denen Nachhaltigkeit am Herzen liegt, ist die Stadt also perfekt.

Die Stadt ist übrigens die Kulisse der deutschen Serie Biohackers. Wenn Du sie dir anschaust, bekommst Du schon mal einen groben Überblick über die Region.

Meine Ankunft in Freiburg

Mittags kam ich in Freiburg an und traf mich mit meinem guten Freund Nico in seinem Büro. Nach der Arbeit wollten wir ein Eis essen gehen und anschließend auf einen der umliegenden Berge wandern. Nach einer leckeren Stärkung konnte es losgehen. Um auf die Spitze zu kommen, mussten wir ca. 400 Höhenmeter bewältigen. Der Weg war sehr schön und führte uns durch einen eindrucksvollen Wald. Währenddessen tauschten wir uns über die letzten Wochen aus. Auch wenn wir uns erst vor kurzem gesehen hatten gab es schon wieder so vieles zu erzählen.

An der Spitze angekommen war ich ganz schön aus der Puste, aber wir hatten unser Ziel noch nicht erreicht, es ging noch einen Turm hinauf. Eine Treppe nach der anderen erklommen wir und stiegen immer weiter den Turm rauf.

Oben angekommen hatten wir einen unglaublichen Ausblick. Wir konnten über ganz Freiburg schauen und ich konnte mir ein grobes Bild von der Stadt machen. Auf der anderen Seite begann schon der Schwarzwald mit seinen vielen Nadelbäumen.

Lagerfeuer und Auftakt des Festivals

Am nächsten Morgen wollten wir uns die Stadt genauer anschauen. Nico wohnt schon seit einigen Monaten in Freiburg und konnte seine Freundin Sandra und mir einiges zeigen. Leider spielte das Wetter nicht so ganz mit und als wir in der Innenstadt ankamen, fing es prompt an zu regnen. Da die Restaurants und Cafés seit einigen Tagen wieder geöffnet hatten und wir uns abends mit ein paar Freunden vom Roadtrip im letzten Jahr treffen wollten, machten wir einen Termin zum Testen. Anschließend suchten wir etwas unbeholfen nach einem Café welches sowohl vegane Heißgetränke, als auch eine Kleinigkeit zu Essen für alle hatte.

Fündig wurden wir nicht ganz, aber ich konnte meinen veganen Kakao glücklicherweise mit in ein Restaurant nehmen und dort trinken. Bald schon wollten wir aber auch wieder zurück, weil Sandra ihren wöchentlichen Sportkurs geben musste. Da der Regen immer noch nicht aufgehört hatte wurden wir auf unserer Rückfahrt mit dem Fahrrad super nass und mussten all unsere Klamotten wechseln.

Abends hatten wir uns mit Freunden für ein Lagerfeuer und den Auftakt des Festivals verabredet und so machten wir uns auf den Weg zu einem fußläufigen Weinberg. Nach und nach kamen alle zusammen und Raphael kümmerte sich bereits ums Lagerfeuer.

Den Beginn des Festivals schauten wir uns per Zoom an. Gleichzeitig bereiteten wir den Grill vor um ein paar Leckereien, wie verschiedenes Gemüse und vegane Würstchen, zu grillen. Im Lagerfeuer wollten wir Stockbrot machen.

Als der Regen wieder einsetzte, waren wir sehr froh über die kleine Hütte die es bei unserem Platz gab und bauten alles so um, sodass wir dort gemütlich sitzen und grillen konnten. Stundenlang saßen wir drinnen, besprachen ein paar Dinge für die nächsten Tage mit anderen Teilnehmern und aßen gleichzeitig Brot und Gemüse und vegane Würstchen. Es war richtig schön die Leute mal wieder zu sehen und noch ein paar neue Gesichter kennen zu lernen. Es fühlte sich fast so an, als hätten wir uns nur ein paar Wochen nicht gesehen, dabei war es fast ein ganzes Jahr. Wir hatten uns viel zu erzählen und genossen das Beisammensein (was ja einige Zeit auch nicht so möglich war). 

Unsere 40 Kilometer Wanderung durch den Schwarzwald

Ein Teil des Festivals waren verschiedene Micro-Adventures. So konnten in verschiedenen Städten kleinere Gruppe von Menschen etwas zusammen unternehmen und es war nicht alles Online. In Freiburg wollten wir an einem Tag eine 24 Stunden Wanderung machen. Der Originalplan war, ca. 100 Kilometer zum Bodensee zu wandern, dieser wurde aber schnell verworfen, als die ersten merkten, dass 100 Kilometer eine wirklich weite Strecke ist. Die Strecke wurde umgeändert und auf 80 Kilometer verkürzt (immer noch unglaublich weit!).

Am Tag vor der Wanderung überlegten wir uns, nur die Hälfte der Strecke zu wandern und abends mit dem Zug zurück nach Freiburg zu fahren. Viele von uns waren noch nie so eine weite Strecke am Stück gewandert und wir wollten es auch nicht übertreiben.

Wir trafen uns mit einigen anderen und begannen unsere Tour, die quer durch den Schwarzwald gehen sollte. Ziemlich schnell teilte sich die Gruppe in zwei Teile, eine schnellere und eine langsame Gruppe. Das war mir ganz recht, denn es ging stetig bergauf und ich bin schnell mal aus der Puste. Am ersten Aussichtspunkt trafen wir uns wieder und machten eine kurze Pause.

An einer anderen Stelle machten wir nochmals eine kleine Pause und vergaßen durch unsere Gespräche fast, dass wir weiterlaufen mussten. Die schnellere Gruppe war in der Zeit schon weitergelaufen und wir sollten sie von dort an nicht mehr antreffen. Das war aber nicht so schlimm, denn so konnten wir vier Mädels die Strecke und die Umgebung, in unserem Tempo, genießen.

Nach den ersten 15 Kilometern fingen langsam unsere Beine an wehzutun. Wir wussten aber, dass Raphael bei ca. 20 Kilometern ein kleines Lager aufgeschlagen hatte, um uns mit Essen und neuem Wasser zu versorgen. Bis dahin mussten wir mindestens noch laufen, aber langsam schlich sich in kleines Down bei unserer Gruppe an. Wir waren k.o. und hatten Hunger. Mit mehreren Pausen auf den letzten Kilometern schafften wir es aber endlich, bei Raphael anzukommen und dort trafen wir auch Nico wieder, der vorher mit den anderen mitgehalten hatte. Da auch er nur 40 Kilometer machen wollte, hatte er auf uns gewartet.

Endlich konnten wir eine ausgiebige Pause machen und uns in der Sonne wärmen.

Vorher hätten wir fast aufgegeben, aber dann hatten wir kaum eine Wahl, weil Nico schon bereit war, um die Tour fortzusetzen. Aber die Pause hat uns allen gutgetan und wir hatten die meisten Höhenmeter schon hinter uns, so wollten auch wir die Wanderung weiterführen.

Zu fünft ging es weiter, unsere Beine schmerzten zwar aber, wenn wir viel redeten und die Aussicht bestaunten, könnten wir dies oft vergessen. Der Weg wurde auch flacher und breiter und wir durchwanderten Orte die mich an Schottland erinnerten.

Am Ende ging der Weg sogar bergab und Sandra und ich hatten noch einmal Kraft getankt und rannten den Hügel hinunter.

Ab und zu sind wir dann doch mal vom Weg abgekommen.

Bis wir am Bahnhof angekommen waren, mussten wir noch querfeldein durch einen Wald und runter zu einer Straße. Als wir endlich im Zug saßen, entspannten sich die Muskeln in unseren Beinen endlich. Als wir wieder aussteigen wollten, konnten wir gar nicht mehr richtig aufstehen und laufen. Die Beine taten so weh und wir fühlten uns wie 70-Jährige Omas und Opas als wir die letzten Meter zu Fuß zurücklegten.

Baden in der Dreisam und Volleyball spielen – die letzten beiden Tage 

Den nächsten Tag wollten wir ruhiger angehen und uns erneut mit ein paar der Leuten treffen. Das Wetter war so gut, dass wir uns an der Dreisam trafen und sogar kurz im Fluss badeten. Danach gab es ein leckeres, veganes Eis und wir setzten uns an den Fluss. Wir sonnten uns und hatten, wie immer, tolle Gespräche.

Abends hörten wir uns den ersten Vortrag des Festivals an.

Meinen letzten Tag wollten wir nochmal nutzen, um uns ein weiteres Mal mit unseren Freunden zu treffen. Wir verabredeten uns an einem kleinen See zum Volleyball spielen. Dort spielten wir mehrere Stunden und kühlten uns am Schluss im See ab.

Abends trug Sandra einen spannenden Vortrag über ihre Zeit in Thailand vor. Dort hat sie eine Woche in einer Elefantenauffangstation geholfen und fünf Tage an in einem Schweigekloster verbracht.

Abschluss

Die Zeit in Freiburg hat mir sehr gut gefallen. Die Stadt ist unglaublich schön, grün und perfekt für vegane Ökoliebhaber wie mich! Es war super all die Leute mal wieder zu sehen, die mir so ans Herz gewachsen sind und mit ihnen wieder tolle Abenteuer zu erleben.

Die 40 Kilometer Wanderung war eine echte Herausforderung für mich, aber ich bin sehr froh es geschafft und diese Erfahrung gemacht zu haben. Es hat sich allein schon für die ganzen tollen Aussichten gelohnt, aber auch für die inspirierenden Gespräche bin ich sehr dankbar.

Ich muss auf jeden Fall bald nochmal nach Freiburg!

Warst Du schon mal in Freiburg? Hast Du schon mal eine so lange Wanderung an einem Tag gemacht oder was war deine weiteste Strecke innerhalb 24 Stunden? Ich bin gespannt wie Wanderfreudig du bist.

Und ja, auch Ende Mai liegt hier noch Schnee 😀

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