Deutschland

Sommercamp: Kulturwandel 2.1 – Die letzten Tage (Teil 3)

Die letzten Tage des Sommercamps sind angebrochen, in den Tagen davor habe ich viele neue Erfahrungen gesammelt, mich mit anderen Menschen und mir selbst auseinandergesetzt und Inputs bekommen. Es gab Höhen und Tiefen, aber es hat sich gelohnt und die letzten Tage würden mit tollen Highlights gefüllt sein. Es gab eine dritte Party, auf der wir noch Stunden hätten weiter tanzen können, weitere tolle Abendveranstaltungen und viele selbst organisierte Aktionen.

Tag 7 – Unsere selbsterstellte Gruppenzeit

Vormittags hörte ich mir den Vortrag von Dolores zum Thema Beziehungen und Intimität an. Sie sprach über Gefühle und wie sich Beziehungen in den letzten Jahren entwickelt und verändert haben. Sie sagte, dass Intimität entsteht, wenn wir uns auf allen Ebenen öffnen und stellte uns 10 Schritte vor, dorthin zu gelangen.

An diesem Nachmittag war eigentlich keine Gruppenzeit geplant, doch unsere Gruppe hatte bereits am Vortag beschlossen, eine eigene Session, ohne Leiterinnen, zu machen. Wir wollten uns wie gewohnt im Gruppenraum treffen und überlegen, was wir für Übungen machen könnten.

Vorher traf ich mich aber noch mit Liam. Wir waren zusammen in der Gruppe und hatten in den letzten Tagen gemerkt, dass wir ähnliche Interessen hatten. Daher wollten wir uns einmal zu zweit austauschen.

Wir sprachen über Freizeitparks, ein Lieblingsthema von ihm und erzählten von unserer Vergangenheit und über frühere Beziehungen. Dieses Gespräch war der Beginn einer sich entwickelnden Freundschaft (stellte sich im Nachhinein heraus).

Als die Zeit gekommen war, machten wir uns auf den Weg zum Gruppenraum.
Dort angekommen warteten schon einige der Anderen und wir überlegten gemeinsam, wie wir die nächsten zwei Stunden füllen könnten. Viele hatten Ideen und so machten wir eine Liste und stimmten ab.

Unsere erste Übung war ein Aufwärmspiel mit einem Partner. Eine Person sollte sich auf alle Viere stellen und die zweite Person, ebenfalls auf allen Vieren, auf die erste Person daraufstellen. Zu zweit sollten wir versuchen, uns um 180° auf den Rücken zu drehen, ohne, dass die obere Person den Boden berührt. Mit viel Akrobatik versuchten wir uns an der Aufgabe. Manche Teams schafften es schneller, manche brauchten mehr Zeit, aber bald hatten alle den Dreh raus.

Später sangen wir gemeinsam ein Lied, Robin und Liam begleiteten auf Gitarre und Trommel.
Am Schluss wollten wir eine Übung machen, die einige von uns schon vorher in einer kleinen Gruppe gemacht hatten. Dafür setzten wir uns in einen Kreis, manche schlossen die Augen, manche hatten sie geöffnet. Jeder konnte sagen, was er/sie bemerkte. Andere konnten auf neutraler Ebene darauf reagieren, indem sie sagten: „wenn ich das höre…“, konnten aber auch schweigen. In unserer größeren Gruppe war es für einige schwer, sich hinein zu fühlen und zu öffnen, auch ich bemerkte, wie es mir schwerer fiel, Dinge zu bemerken.

Viel zu schnell waren die zwei Stunden umgegangen und einige mussten schon gehen. Wir restlichen wollten die Übung im kleineren Kreise weiterführen. Sobald wir unseren Kreis zusammengeführt hatten, merkten alle, wie die Atmosphäre sich veränderte. Wir konnten auf einmal ehrlicher und offener Dinge bemerken und einige fühlten, wie ich, eine gewisse Vertrautheit. Wieder war sich die Gruppe ein Stückchen näher gekommen.

Nach dem Abendessen, gab es ein Klassik und Klang Chillout auf dem Campus. Dort waren Matratzen auf dem Campus verteilt und ein DJ spielte ruhige Musik zum entspannen. Zu zweit legten wir uns zu anderen aus unserer Gruppe und wollten gemütlich unter der Decke liegen und der Musik lauschen. Doch lange hielten wir es nicht aus.

Wir lagen keine zwei Minuten unter den Decken, da kamen hunderte Mücken, die unser Blut saugen wollten. Micha (Name wurde geändert) holte daraufhin schnell ein Mückennetz, da auch Mückenspray schon lange nicht mehr half, die Mücken waren wie kleine Vampire.

Wir versuchten, das Netz über unsere Köpfe und Oberkörper zu drapieren, die Beine waren von den Decken geschützt. Leider war unsere Konstruktion nicht so gut, wir hatten das Netz halb im Gesicht hängen und es gab immer wieder Löcher wo es noch einzelne Mücken durch schafften. Von der Musik bekamen wir längst nichts mehr mit und mir wurde es zu bunt mit all den Mücken. Ich suchte in meinem Bauwagen das Weite. Dort war eine wundervolle, mückenfreie Zone und ich konnte endlich entspannen.

Tag 8 – Nachts muss man sich vor Werwölfen in Acht nehmen

Am nächsten Tag stand das große Fundraising im Großzelt an. Leider war ich wieder in der Kneipe eingeteilt und konnte nur die letzten Teile miterleben.

Das Fundraising findet jedes Jahr beim Sommercamp statt. Das ZEGG sammelt spenden um weiter Festivals zu organisieren und macht daraus eine lustige Aktion. Es ist möglich Geld direkt zu spenden oder Dinge anzubieten, für die andere Leute Geld spenden. So spendet eine Person vielleicht 500€ und bekommt aber von einer anderen Person eine tolle Massage. Jemand anderes lässt Spender wiederum in seinem Ferienhaus mit Sauna übernachten.

Da wir in der Kneipe an diesem Tag relativ schnell durch kamen und das Fundraising sich zeitlich ausdehnte, konnten wir das Ende noch miterleben.

Bevor wir aber zum Mittagessen gingen, wollte ich mich noch mit Ruby über die Geschehnisse der letzten Tage austauschen. Wir setzten uns an den Campus und nach kurzer Zeit kam auch Luise dazu und wir führten wieder eins unserer tollen Frauengespräche.

Nach dem Mittagessen war ich mit Dominik verabredet. Da wir uns so selten sahen, wollten wir uns einmal Nachmittags vor der Gruppenzeit treffen. Wir spazierten aus dem ZEGG heraus und liefen durch die Felder. Dabei erzählte er mir von seinem gestrigen Abend und einer aufregenden Abendveranstaltung.

Irgendwann drehten wir um und wollten noch schwimmen gehen. Da keiner von uns ein Handy oder eine Uhr dabei hatte, vergaßen wir die Zeit und auf einmal schon war es viel zu spät für meine Gruppe und eine Stunde zu spät kommen wollte ich auch nicht. Daher blieben wir einfach am Pool liegen und genossen die Ruhe.

Nach einiger Zeit kamen wieder mehr Menschen zum Pool und wir wussten, die ersten Gruppen mussten zu Ende sein.

Beim Abendessen erfuhr ich, was die anderen in der Gruppenzeit gemacht hatten und die Pläne für den heutigen Abend. Wir wollten uns im Gruppenraum treffen und mit der Jugendgruppe Werwolf spielen.

Bevor wir dorthin gehen konnten wollte Micha aber ein weiteres Gespräch mit mir führen. Wir liefen durch die Wälder und Felder um das ZEGG herum und sprachen über die Dinge, die in den letzten Tagen passiert waren. Später kamen wir auf unser Thema zurück, welches wir schon beim ersten Gespräch besprochen hatten.

Beim letzten Mal konnte ich mich nicht klar ausdrücken. Das hatte ihn verwirrt, weswegen er mehr oder weniger bewusst Abstand von mir genommen hatte. Er wollte das, was da zwischen uns stand aber klären um sich wieder verbundener zu fühlen. Auch wenn ich nicht bemerkt hatte, dass er Abstand von mir genommen hatte, wusste auch ich, dass es etwas ungeklärtes zwischen uns gab und daher war ich froh, als er seine Frage wiederholte. Dieses Mal wusste ich, dass ich ihm klar sagen musste, was gut war und was zu viel und es fiel mir leichter es zu kommunizieren.

Als ich merkte, wie uns beiden danach ein Stein vom Herzen fiel, ihm weil er endlich Klarheit hatte und mir, weil ich ihm meine Grenzen klar verdeutlichen konnte, war ich richtig glücklich. Auch wenn ich es nur auf Nachfrage erklärt hatte, war dies ein großer Schritt in die richtige Richtung für mich.

Die Zeit ging mal wieder viel zu schnell um und so musste ich bald zum Werwolf Abend, er wollte erst noch an einer anderen Veranstaltung teilnehmen und dann nachkommen.

Im Gruppenraum kam ich gerade richtig für die erste Runde. Ich hatte das Spiel schon eine Ewigkeit nicht mehr gespielt und brauchte etwas Zeit, bis ich meinen Charakter gut verbergen und meinem Team trotzdem helfen konnte (Im ersten Spiel war ich die Hexe).

Nach dieser Runde kamen neue Spieler dazu, andere gingen und auch ich wollte eigentlich nicht noch eine Runde spielen, wusste aber auch nicht, was ich sonst hätte machen sollen, daher lies mich von Liam überreden, doch noch eine zweite Runde dabei zu bleiben.

Im zweiten Spiel war ich ein Bauer, was ich früher als sehr langweiligen Charakter empfunden hatte, aber am Ende war genau diese Person wichtig. Nach einem langsamen Anfang wurde es schließlich spannend. Es waren nur noch wenige Dorfmitglieder und einige Werwölfe übrig. Zum Schluss konnten wir die Werwölfe aber noch überführen und das Spiel für uns gewinnen.

Tag 9 – Ein voll bepackter Tag

Am nächsten Tag gab es keinen richtigen Vortrag, sondern eine Diskussion mit vier Leuten. Sie sprachen über das Leben in Gemeinschaft und ein Entwurf von integraler Perspektive.
Anschließend sollten wir in kleinen Gruppen zusammenkommen und darüber sprechen.

Nach dem Mittagessen war ich nochmal mit Dominik verabredet. Wir wollten uns in eine Hängematte setzen und noch etwas Zeit miteinander verbringen. Langsam merken alle, dass die Zeit im ZEGG bald vorbei sein würde und ich wollte jede Sekunde nutzen, um mit den Menschen zu sprechen, die ich danach vielleicht nie wieder sehen würde.

Nach einer Stunde wollte ich mich noch mit meiner Tante treffen, nach vielen Tagen, die wir uns nicht gesehen hatten, wollten wir uns auf den neusten Stand bringen.

Wir sprachen über den Vormittag, da sie auch eine der Referentinnen gewesen war, und über meine innere Entwicklung. Es tat immer gut, mit ihr darüber zu sprechen. Sie kannte all das, was in mir vor ging, weil sie ähnliche Dinge schon bei sich oder anderen gesehen hatte und ermutigte mich, weiter in mir zu forschen.

Bald musste ich zu der vorletzten Gruppenzeit. Wir alle waren jetzt schon traurig, dass wir uns bald trennen müssten und die schöne Zeit vorbei sein würde.
Heute stand nach einer kleinen Einführung ein großes Forum an. Diejenigen, die schon seit ein paar Tagen größere Themen ansprechen wollten, durften diese heute äußern.

Wir schafften nur vier Personen, aber der Prozess, der in ihnen arbeitete, war sehr interessant und ich freute mich für diejenigen, dass sie sich vor uns öffnen konnten.
Unsere Gruppenleiterinnen versuchten mit den Leuten in der Mitte ihre inneren Herausforderungen zu erforschen, gingen tief ins Innere und fanden schließlich die verletzten oder ungehörten Teile in den Personen und gaben ihnen Raum sich zu entfalten.

Ich merkte jedes Mal, wie sehr es den Leuten half, darüber zu sprechen und Hilfe dabei zu bekommen, das Thema anzugehen.

Die letzte Person hatte eine so intensive Geschichte zu erzählen, dass alle unglaublich berührt waren. Als wir nach dem Forum alle in einem Kreis zusammenkamen, musste ich mich sehr zusammenreißen, nicht gleich los zu heulen. Auch wenn ich noch nie in einer solchen Situation wie diese Person war, fühlte ich auf einmal eine so tiefe Trauer in mir, dass ich nach der Gruppenzeit direkt zu meinem Bauwagen lief, nicht zum Abendessen ging und Zeit für mich brauchte.

Abends stand eine weitere Frauen-/ Männer-/ Queergruppe an, die ich nicht verpassen wollte.

Dieses Mal waren weniger Frauen gekommen, dafür aber einige neue. Wieder sollte es eine Session ohne viele Worte werden. Zu Beginn tanzten wir wieder zu toller Musik, erst für uns, dann mehr zusammen.

Später kamen wir in Zweiergruppen zusammen und tauschten uns über das aus, was in unserer ZEGG-Zeit alles passiert war, was wir mitnehmen würden und was wir gelernt hatten.
Ich war mit einer tollen Frau zusammen gekommen, die zwar einige Jahre älter, aber mir trotzdem sehr ähnlich war.
Als sie mir von ihren Erfahrungen erzählte merkte ich, wie viele dieser Dinge auch mich beschäftigt hatten.

Diejenige die zugehört hatte sollte das erzählte am Ende in einer Bewegung zusammenfassen, anschließend wechselten wir uns ab.
Am Ende taten wir uns gegenseitig etwas Gutes, das konnte eine Berührung, eine Massage oder sonst irgendwas sein.

Als die Frauengruppe beendet war, gab es für mich noch einige Programmpunkte. Wir wollten eine Runde Heißer Stuhl mit einigen aus der Gruppe spielen. Später musste ich noch arbeiten, weswegen ich früher aus dem Gruppenraum gehen musste. Damit die anderen mich ausfragen konnten, ging ich zuerst in die Mitte und wurde gelöchert.

Viel zu schnell ging die Zeit vorbei und ich musste gehen.

In der Kneipe war das erste Mal in einer meiner Schicht mehr los, sodass auch hier die Zeit wie im Flug verging. Spät am Abend kamen Liam und Anton noch in die Kneipe und berichteten mir von einigen Antworten, die sie beim Heißen Stuhl erfahren hatten. Wir saßen noch lange in der Kneipe und unterhielten uns. Das war richtig schön, denn mir fiel auf, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt nur wenig mit Anton gesprochen hatte, auch wenn wir uns immer sehr gut verstanden hatten.

Tag 10 – Der große Abschluss

Und da war auch schon der letzte Tag gekommen, viel zu schnell war die Zeit vergangen und doch fühlte es sich so an, als wären wir seit Wochen hier.

Der Tag war noch einmal voll bis oben hin. Morgens bereiteten wir die Abschlussparty vor.

Nach dem Mittagessen spielte ich Volleyball mit einigen aus der Gruppe, von den Jugendlichen und anderen, die Lust hatten.
Dann ging es auch schon zur letzten Gruppenzeit. Was ein komisches Gefühl nicht mehr jeden Tag mit diesen Menschen zusammen zu sein, in der Gruppe Übungen zu machen und sich besser kennen zu lernen.

Wir machten ein letztes, kleines Forum. An diesem Tag hatte ich endlich den Impuls, in die Mitte zu gehen. Ich wollte zumindest einmal das Gefühl kennen gelernt haben, in der Mitte zu stehen. Auf einmal war ich dazu bereit, ich stand auf und merkte, wie sich die Energie veränderte, ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber es war schön dort zu stehen und die Verbundenheit und die Unterstützung von allen zu spüren. Ich schaute mich im Kreis um, erzählte kurz etwas über die letzte Zeit und setzte mich wieder hin.

Ich war auf einmal richtig glücklich, ich war über meinen Schatten gesprungen und in der Zukunft würde es mir viel leichter fallen, in einem Forum in die Mitte zu gehen.
Nach dieser Runde machten wir ein Abschlussforum. Jeder konnte noch einmal in die Mitte gehen und ein paar abschließende Worte an alle richten.

Die letzte Übung aber war für alle das Highlight der Gruppenzeit. Wir sollten uns in Delfine „verwandeln“ und unsere Augen schließen. Delfine konnten ihre Familie oder Freunde nur durch Geräusche finden, so machten wir Delfingeräusche und liefen blind aufeinander zu. Langsam näherten wir uns und merkten die Berührungen. Ich wusste nicht immer, wer neben mir stand, das war aber auch egal, wir waren uns alle ganz nah, körperlich, wie innerlich. Jede Berührung war zärtlich und liebevoll. Es fühlte sich so an, als wären wir in einem anderen Raum, der nur für uns als Delfine da war. Am Ende kamen wir alle zusammen, kamen zurück in den Gruppenraum und öffneten unsere Augen.

Wir alle verließen glücklich den Gruppenraum. Es war eine unglaubliche letzte Session gewesen.

An diesem Abend hatte ich frei bekommen und konnte das Fest mit meinen Freunden verbringen.
Nach dem Abendessen musste ich mich daher schnell umziehen und dann ging es zum Dorfplatz. Dort wollten wir uns vor dem Fest treffen und wieder unsere Gesichter bemalen. Dabei suchten wir uns ein Detail aus, was jeder von gemalt bekommen sollte. Das Zeichen wurde ein Mond.

Wir tranken Wein, malten uns an und sangen ein paar Lieder mit Gitarrenbegleitung.
Als wir alle fertig waren, gingen wir zum Platz. Dort waren schon einige Menschen und bald würde es losgehen.

Zu Beginn gab es Live Musik von der Band, die auch bei den Vorträgen immer wieder tolle Lieder gespielt hatte.
Unsere Gruppe war so voller Energie, wir tanzten alle zusammen erst in einer langen Reihe, dann in einem engen Kreis, wir sprangen und lachten und hatten unglaublichen Spaß. Die anderen Menschen blendete ich aus, es waren nur noch wir da und auch wenn wir alle außer Atem waren, tanzten wir immer weiter und weiter.

Manchmal bildeten wir einen größeren Kreis und nach und nach ging eine Person in die Mitte, tanzte ein Solo und wählte eine Person, die als nächstes dran war.
Ab und zu machten wir eine kurze Pausen und dann konnte es wieder losgehen.

Da wir alle noch nicht wollten, dass die Party zu Ende war, gingen wir anschließend gemeinsam zum Dorfplatz zurück und setzten uns in einer großen Gruppe zusammen. Dort spielten einige Gitarre und wir sangen dazu. Es war ein toller Abschluss und wir saßen bis spät in die Nacht.

Tag 11 – Der Abschied

Und so schnell war das Ende gekommen. Dominik und ich räumten morgens die Reste der Party auf und anschließend ging ich kurz in unseren Gruppenraum, in welchem wir uns gegenseitig Feedback Zettel schreiben wollten.

Mittags aßen wir ein letztes Mal alle zusammen und verabschiedeten die ersten. Nach dem Mittagessen musste ich ein letztes Mal in der Kneipe arbeiten. Auf dem Dorfplatz kamen immer mehr Menschen zusammen, verabschiedeten sich, suchten Mitfahrgelegenheiten und tranken ein letztes Getränk zusammen.

Als meine Schicht zu Ende war, setzte ich mich zu Hannah und Dominik und wir beobachteten das Schauspiel auf dem Platz. Im ZEGG ging der Alltag bereits weiter und wir freuten uns, einfach nur auf der Couch zu sitzen, ohne mithelfen zu müssen.

Für mich und ein paar andere ging es erst am nächsten Tag zurück und so hatten wir noch etwas Zeit zusammen.
Abends aßen wir im kleinen Kreis des Kneipenteams und alles wirkte leer und eigenartig.

Tag 12 – Fahrt nach Lüneburg

Den letzten Tag verbrachte ich mit Ina, Achim und ihrer Freundesgruppe. Gemeinsam backten wir leckere Waffeln und tauschten uns über das Sommercamp aus.

Mittags ging es für mich auf zur nächsten Reise. Ich fuhr mit dem Zug nach Lüneburg, um mich dort mit meinen Freunden für die Schwedentour zu treffen.

Ein paar letzte Worte

Auch wenn das Sommercamp nur zwei Wochen ging, fühlte es sich an als wäre ich viel länger dort gewesen. Die Zeit war sehr intensiv, ich habe tolle Menschen kennen gelernt, tiefe Gespräche geführt und viel über mich und andere Menschen gelernt. Und auch wenn ich hier schon viel berichtet habe, gäbe es noch mehr zu erzählen. (Manche Dinge konnte ich nicht mehr ganz genau wiedergeben oder den richtigen Tagen zuordnen.)

Ich hatte meine Höhen und Tiefen, aber ich würde trotzdem immer wieder an diesen Ort zu diesem Festival zurückkehren. Würde ich nicht auf eine lange Reise gehen, würde ich mich gleich fürs nächste Jahr wieder anmelden (auch weil so viele aus meiner Gruppe wiederkommen).

Ich nehme sehr viel aus dieser kurzen Zeit mit. Ich möchte noch offener und ehrlicher gegenüber Menschen sein, möchte alles deutlich kommunizieren und weiter an meinen inneren Prozessen arbeiten. Auch hoffe ich, dass ich die freundschaftliche Nähe und Zuneigung auch außerhalb des ZEGGs ausleben kann, denn wir brauchen alle eine gewisse Nähe und das nicht nur von Partner*innen, sondern auch mit Freund*innen und der Familie.

Hast Du schon mal bei einem solchen Festival teilgenommen? Hast Du dich schon mal mit deinem innersten Kern befasst und dich selbst analysiert? Was hat das in dir ausgelöst?