Roadtrip „Ab in den Süden“ – Teil 2 (Nizza)

Roadtrip „Ab in den Süden“ – Teil 2 (Nizza)

Die mir zunächst unbekannten Menschen, mit denen ich auf diesen Roadtrip gefahren bin, waren mittlerweile zu Freunden geworden, die ich nicht missen wollte. Wir hatten gemeinsam viel gesehen, erzählt, gesungen und im gegenseitigen Austausch gestanden.

Wir hatten noch ca. eine Woche zusammen und wollten nach Nizza zu den Ferienhäusern von Elizas Eltern fahren. Dort gab es einen Pool, Betten und Kühlschränke. Aber erstmal mussten wir eine sehr weite Strecke zurücklegen, um in Nizza anzukommen. Wir wollten also früh aufstehen, schnell Frühstücken (haben erstmal viel zu viel Porridge gekocht) und alles zusammenpacken (klappte so semi gut 😀 ). Auf der Fahrt wollten wir uns auf Raststädten wiedertreffen, um Pausen zu machen und etwas zu essen.

Abends kamen wir dann endlich in Nizza an. Dort konnten wir erstmal in den Pool springen, unsere dreckige Kleidung waschen und Elizas Eltern kennen lernen. Diese hatten vorher extra für uns ganz viel zum Grillen eingekauft, sodass wir abends gemeinsam Salate machten, kochten und grillten. Als Dankeschön für die liebe Gastfreundschaft spielte Malte wieder auf seiner Gitarre und wir sangen zusammen mit Elizas Eltern und genossen den Abend.

Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, da wir eine Canyoning Tour gebucht hatten. Dafür teilten wir uns erneut auf, da Malte und Elli nicht mitkommen wollten. Wir trafen uns direkt am Fluss mit unseren Guides, bekamen unsere Ausrüstung und eine kurze Einweisung. Dann konnte es auch schon losgehen. Die meisten hatten, wie ich, Canyoning noch nie gemacht und wir waren sehr gespannt, wie alles ablaufen und ob wir es überleben würden :D.

Wir liefen zu einer Stelle, an der wir uns über einen Wasserfall hinunter in den Fluss abseilen konnten. Einer nach dem Anderen glitten wir durch das unglaublich kalte Wasser in den ersten Pool. Als wir an einer Stelle ankamen, wo es wirklich losgehen sollte, erklärten uns die Guides nochmal wie wir uns verhalten sollten, wenn wir rutschen oder springen. Dann kam auch schon wie erste „natural Slide“ und ich war auch noch die erste die rutschen sollte. Noch nicht richtig vorbereitet versuchte ich mich an die Anweisungen zu halten und einigermaßen gut zu rutschen und anschließend auch wieder aufzutauchen. Leider hatte ich mir nicht die Nase zugehalten und das Wasser kam von allen Seiten, es schleuderte mich durch die Gegend und ich versuchte nur, so schnell ich konnte, irgendwie wieder mit dem Kopf an die Oberfläche zu gelangen. Als ich dies endlich geschafft hatte, halfen mir die Guides aus dem Wasser und ich konnte durchatmen und den anderen zuschauen, wie sie die erste Rutsche überstanden.

Als nächstes kam eine weitere Rutsche. Ich ließ erstmal ein paar der Anderen vor und versuchte mich besser vorzubereiten. Aber auch hier klappte es nur teilweise. Ich war erstmal nicht so begeistert, außerdem war das Wasser arschkalt. Dann kam der erste Jump aus ca. 1m Höhe. Mein Körper stand komplett unter Strom, gewöhnte sich aber an die Situation und bald hatte auch ich Spaß daran. Am Ende sollten wir sogar 6m tief springen. Dies war eine große Herausforderung für einige von uns. Nach erstem zuschauen, bei den Anderen und nochmaligem überlegen sprangen dann auch wir letzten in die Tiefe.

Anschließend kam eine letzte und lange Slide, die aus meinen Augen richtig schlimm aussah, da mir die vorherigen nicht so gefallen hatten. Erst wollte ich nicht rutschen, aber dann waren wir neugierig, sodass auch Eliza und ich uns überwinden konnten. Wir waren wirklich froh es am Ende geschafft zu haben, denn das Adrenalin und die Freunde es überlebt zu haben, waren großartig. Wir waren richtig euphorisch und hatten neue Kraft für den Tag gesammelt. Das Gefühl seine Ängste zu überwinden ist einfach unglaublich.

Danach wollten ein paar von uns noch das kleine Dörfchen „Tourette sur Loup“ anschauen. Die Anderen fuhren schon in die Ferienwohnung um dort ein Mittagessen zu kochen. „Tourette sur Loup“ liegt auf einem Hügel und besteht aus vielen kleinen Gassen mit alten Fassaden und grünen Pflanzen. Alles ist verwinkelt und ein altes Flair ist spürbar. Es gibt viele Geschäfte mit Olivenholz, Kleidung oder Seifen. Die Aussicht auf die weiter entfernten Berge ist toll. Ist war auf jeden Fall einen kurzen Abstecher wert.

Beim Mittagessen besprachen wir den weiteren Verlauf des Tages. Wir wollten uns Nizza anschauen, ein paar wollten auch nach Monaco, bzw. beide Städte sehen. Nach Monaco wollten wir mit dem Zug fahren, damit wir die teuren Parkplätze umgehen konnten. Wir teilten uns wieder auf und 6 fuhren erst nach Monaco und kamen abends nach Nizza und 6 blieben direkt in Nizza und schauten sich in Ruhe die Stadt an.

Ich wollte mit nach Monaco fahren, weil ich vorher noch nie dort gewesen war und einmal gesehen haben wollte, wie es da ist. Wenn wir schon mal so nah am Stadtstaat waren, konnte ich mir das nicht entgehen lassen.

Wie immer wurde es bei uns etwas knapper und wir verpassten den Zug, den wir uns rausgesucht hatten. Später in Monaco angekommen schauten wir uns einen Stadtplan an und besprachen unsere Route. Wir hatten ca. 3 Stunden und wollten erst auf die Seite mit dem Schloss und dem Museum und anschließend zum Casino und zu Oper rüber.

Zuerst schlenderten wir zum Palast, der ist etwas höher gelegen und von dort aus kann man auf den Hafen und den Rest der Stadt schauen. Nebenbei unterhielten wir uns über vergangene Reisen. Jeder hatte bereits Erfahrungen mit der Familie, alleine oder mit Freunden gesammelt, sodass wir unter anderem viele lustige Geschichten erzählen konnten. Weiter wollten wir Richtung Museum durch einen Botanischen Garten laufen. Immer wieder blieben wir stehen und schauten uns die Aussicht an. Die Sehenswürdigkeiten wurden immer mehr zur Nebensache und die Gespräche traten in den Vordergrund. Wir gelangen von Thema zu Thema, da wir oft ähnliche Interessen haben, erzählten wir mehr und mehr. Langsam kamen wir zum Museum und an einer Kirche vorbei (durften wir wegen zu kurzer Kleidung nicht betreten).

Der Weg führte wieder runter zum Meer und in die Nähe des Hafens. Dort gibt es Betontreppen, die ins Meer führen. Es gibt sogar Duschen und viele Leute saßen dort bereits mit ihren Handtüchern oder schwammen im Wasser. Jonathan wollte so gerne noch ins Wasser, sodass er, Eliza und Sandra die Zeit nutzten und das erste Mal in diesem Urlaub im Mittelmeer schwimmen gingen. Nehle, Raphael und ich blieben an Land und fingen neue Gespräche an.

Als die drei wieder aus dem Wasser kamen war es mal wieder später geworden, sodass wir beschlossen, die andere Seite von Monaco nicht mehr anzuschauen und zurück zum Bahnhof zu laufen. Wieder in Nizza angekommen holten uns die Anderen an der Station ab und wir gingen gemeinsam auf die Suche nach etwas zu essen. Fündig wurden fast alle bei einem Falafelstand mit einem coolen Verkäufer, der sein Handwerk super beherrschte und viel Spaß hatte. Mit dem Essen wollten wir zur Promenade laufen und dort später nochmal ins Meer.

Auf dem Weg dahin gab es überall viel zu sehen. Auf einem großen Platz waren Freestyle Tänzer die ihr Können zeigten. Drum herum war eine riesige Traube aus Menschen, die zuschauten. Es gab mehrere Straßenmusiker, es war viel los. Wir wollten aber erstmal an den Strand. Der besteht in Nizza zwar nur aus Steinen, aber wir wollten ins Wasser. Auch am Strand waren unglaublich viele Menschen, alle ließen die Woche ausklingen. Endlich waren wir im Mittelmeer schwimmen. Selbst abends war es super warm. Wir hatten eine Menge Spaß und waren wahrscheinlich das Entertainment der Strandbesucher, aber wir blendeten alle Menschen aus.

Als wir später trocken und warm waren, wollten wir in die Altstadt laufen. Auf dem Platz an der Promenade wurden wir aufgehalten, da dort wieder viele Straßenkünstler unterwegs waren. Viele Einheimische fuhren mit Longboards und Inlinern über den Platz. Die Inlinerfahrer hatten einen kleinen Parcours aufgebaut, man konnte kaum die Augen davonlassen, weil sie so gut, vorwärts wie rückwärts, fahren konnten. Ein Sänger spielte spanische Lieder, was eine angenehme Atmosphäre entstehen ließ. Irgendwann gingen wir weiter, die Zeit hatten wir völlig vergessen. In der Altstadt wollten wir noch in eine Bar gehen, aber so richtig konnten wir keine finden und da ein paar von uns müde waren, fuhr das erste Auto zurück zur Ferienwohnung um eine Mütze Schlaf zu bekommen.

Am nächsten Tag wollten wir vom weiterfahren noch eine kleinere Wanderung machen. Eigentlich war unser Plan wieder eine Sonnenaufgangstour zu machen und um 04:00 Uhr aufzustehen, aber da der Abend wieder länger geworden war, entschieden wir uns, um 08:00 Uhr den Wecker zu stellen. Danach war der Plan früh loszufahren (für unsere Verhältnisse) und vorher noch alles aufzuräumen und sauber zu machen.

Am nächsten Morgen entschieden sich dann mehrere gegen die Wanderung und wir gingen zu 6. los. Selbst um die frühe Zeit war die Temperatur hoch und wir waren froh, dass viele Teile der Strecke noch im Schatten lagen und man so gute Pausen einlegen konnte. Bei der Wanderung wollten wir ca. 600 Höhenmeter bewältigen, mehrere Berge überqueren und schließlich durch ein Dorf zurück zum Haus laufen. Die Strecke war um einiges einfacher als bei unserer ersten Wanderung, aber durch die Wärme brauchten wir viel Wasser und ich viele Pausen.

Auf dem Weg zu den Peaks fanden wir überall verschiedene Kräuter, wie Thymian, Lavendel und Bohnenkraut, welche wir sammelten um sie später beim Kochen zu nutzen. Oben angekommen machten wir eine ausgiebige Pause und Frühstückten eine Melone, ein paar Müsliriegel und Nüsse. Dann wollten wir weiter, damit die Anderen nicht zu lange warten mussten und wir einigermaßen früh loskamen.

Also ging es den Berg auf der anderen Seite wieder runter. Später kamen wir durch ein kleines Dorf (Saint Jeanette) und konnte dort unsere Wasserflaschen auffüllen. Es war so warm geworden, dass wir all unser Wasser verbraucht hatten (jeder hatte mind. 2L Wasser dabei). Ein Brunnen kam da wie gerufen. Das kühle Wasser auf der Haut und beim Trinken tat so gut. Danach konnte es weitergehen und wir hatten es bald geschafft.

Wieder an der Ferienwohnung angekommen war ein Auto bereits losgefahren um auf dem Weg nach Marseille Campingplätze zu suchen. Wir hatten noch keinen Schlafplatz für die Nacht und hatten vorher bei unserer Recherche kaum gute Plätze zum Surfen gefunden, daher wollten wir vor Ort schauen, ob es welche gab. Schnell stellte sich heraus, dass Surfen an der Küste schwer sein wird, da es kaum Wellen und viele Felsen gibt. Da die ersten beiden am nächsten Tag abreisen mussten, wollten wir eigentlich einmal surfen gehen, was das Ziel der Reise sein sollte, aber das musste dann ins Wasser fallen. Wir anderen räumten noch die letzten Sachen auf und fuhren hinterher.

Wie unsere Reise weiterging und ob wir noch einen Campingplatz gefunden haben oder nicht kannst Du im nächsten Beitrag Roadtrip „Ab in den Süden“ Teil 3 erfahren. Hast Du schon mal Canyoning ausprobiert? Schreibe mir gerne Deine Erfahrungen in die Kommentare.

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