Schottland Kurztrip No.4 – Ilse of Mull

Schottland Kurztrip No.4 – Ilse of Mull

Die Zeit schritt voran und bald kam mein Geburtstag. Immer noch gingen bei uns Besucher ein und aus, doch eigentlich sollte die Phase bald zu Ende sein. Doch kurz vor meinem Geburtstag telefonierte ich mit einem guten Freund und wir überlegten, ob er uns mit seiner Freundin nicht auch für ein Wochenende besuchen kommen sollte. Auch von Michelle wollte uns eine Freundin besuchen und so überlegten wir, was wir uns in der kurzen Zeit anschauen könnten.

Wir planten zu sechst ein großes Auto zu mieten und von Edinburgh nach Oban und weiter auf die Ilse of Mull, zu fahren. Diese Insel ist relativ unbekannt bei Touristen und dort leben nur 3.000 Menschen. Im Vergleich zur Größe der Insel heißt das, so gut wie niemand. Aber die Landschaft sollte atemberaubend sein und ich hatte schon mehrfach gelesen, dass es der Geheimtipp für Schottland wäre, daher wollte auch ich mich von der Schönheit der Insel überzeugen lassen.

Als meine Freunde am Flughafen ankamen, holten sie direkt das Auto ab, sodass wir es nicht am Tag der Abfahrt holen müssten und sofort unsere Tour starten könnten. Abends gingen wir noch in den Pub bei uns in der Nähe und ließen den Abend ausklingen. Am nächsten Morgen sollte es früh losgehen, also packten wir unsere Sachen und gingen bald darauf schlafen.

Bevor es Richtung Oban gehen sollte, wollten wir uns noch die Rosslyn Chappel anschauen, diese ist aus dem Film „Da Vinci Code“ bekannt. Da sie relativ viel Eintrittsgeld kostete, liefen wir einmal drum herum und fuhren weiter.

Auf dem Weg nach Oban fuhren wir durch den Loch Lomond Nationalpark, dort wollten wir einen Stopp einlegen und ein bisschen laufen. Wir fragten in einer Tourist Information nach einem schönen aber kurzen Weg (wir hatten nicht so viel Zeit, weil wir eine bestimmte Fähre bekommen wollten) und die Frau zeigte uns ein paar Möglichkeiten, den Park während der Autofahrt kennen zu lernen. Danach liefen wir noch einen kleinen Spazierweg entlang. Lustig war, dass wir auf diesem Weg alle vier Jahreszeiten „erlebten“. Zunächst kamen wir auf einen mini-Hügel, auf den die Sonne schien und alles erwärmte (Sommer).

Als wir weiter runter liefen und der Schatten kam, wurde es merklich kühler (Herbst) und komplett im Schatten angekommen, waren die Pflanzen noch vereist und es war sehr kalt (Winter).

Anschließend kamen wir wieder in die Sonne und wir wurden wieder aufgewärmt (Frühling).

Während der Weiterfahrt buchte ich schnell eine Fährfahrt für uns alle. Wir versuchten die spätmöglichste Fähre zu nehmen, aber das war gar nicht so leicht, da die nur alle 2 Stunden fuhr und wir nur schwer einschätzen konnten, wann wir nun in Oban an der Fähre ankommen würden. Ab und zu mussten wir trotzdem kurze Pausen einlegen, weil die Strecke einfach zu schön war und es so viel zu sehen gab.

Als die Sonne untergegangen war, kamen wir in Oban an und suchten schnell den Weg zur Fähre. Wie das immer so ist, hatten wir doch etwas mehr Zeit gebraucht als gedacht, mussten unsere Tickets noch abholen und wollten auch noch etwas essen.

Um Zeit zu sparen, teilten wir uns auf, Nico und ich holten die Tickets vom Schalter ab und warteten im Auto darauf, dass wir auf die Fähre fahren konnten. Die anderen vier suchten in der Stadt nach etwas Essbaren und fanden einen Subway, wo wir alle glücklich wurden. Anschließend kamen sie mit dem Essen über den Passanteneingang auf die Fähre. Oben an Deck trafen wir uns wieder und konnten in Ruhe zu Abend essen und die Fahrt genießen.

Nach ca. 40imin Fahrt kamen wir auf der Ilse of Mull an. Es war stockduster und wir mussten noch einmal quer über die Insel zu unserem Hotel fahren (dieses Mal gab es leider keine günstigen Unterkünfte, da so wenige Menschen auf der Insel leben und es kaum Angebote gab). Nachdem wir die größere Stadt verlassen hatten, kam uns die Dunkelheit entgegen. Kein Licht stand am Straßenrand und obwohl wir auf Googlemaps sahen, dass das Meer direkt neben uns hätte sein müssen, konnten wir nichts sehen. Da so wenige Menschen auf der Insel leben, gibt es kaum größere Straßen und auch wir befanden uns auf einer der vielen „one-line-Streets“ auf denen man nur bei „Passinglots“ dem Gegenverkehr ausweichen konnte.

Immer wieder schauten wir aus den Fenstern und sahen, dass einige Sterne am Himmel zu sehen waren. Als wir eine geeignete Stelle zum Anhalten fanden, machten wir den Wagen aus und stiegen aus dem Auto. Als wir nun, komplett ohne Licht, in die Sterne blickten, waren wir alle wie gelähmt. Es sah so unglaublich fantastisch aus, so viele Sterne hatte ich in meinem Leben noch nicht zusammen gesehen. Selbst die Milchstraße war deutlich zu erkennen, es war unbeschreiblich. Auch Heute denke ich gerne an diesen Moment zurück, wie wir dort mitten in der Pampa standen und in den Himmel starrten. 😀

Nachdem wir wieder klarkamen, konnte es weiter zu unserer Unterkunft gehen. Diese war in Tobermory, einem kleinen Dorf mit Hafen, weit im Norden der Insel. Bei unserer Ankunft hatten wir viele der Einheimischen auf der Straße singen und feiern sehen. Als wir im Hotel ankamen fragten wir, was für ein Fest dort veranstaltet würde und der Mann an der Rezeption sagte uns, dass es der Tag im Jahr wäre, an dem zum ersten Mal die Lichter für die Weihnachtszeit angezündet werden. Daher hätten die Geschäfte noch länger geöffnet und es würden Weihnachtslieder gesungen. So packten wir unsere Sachen auf die Zimmer und gingen wenig später runter in das Dorf, um uns das Spektakel einmal genauer anzuschauen.

Tobermory besteht eigentlich nur aus einer Straße mit Hafen und dort gibt es süße kleine Geschäfte mit Souvenirs und Selbstgemachtem. An diesem Tag waren alle Geschäfte gefüllt von Menschen, überall gab es kostenlose Getränke oder Süßigkeiten und die Menschen waren gut drauf. Wir hatten den perfekten Tag erwischt, um in dieser Stadt und der Insel anzukommen.

Am nächsten Morgen wollten wir uns das Dorf aber nochmal im hellen anschauen und in Ruhe die Geschäfte besuchen. Daher liefen wir bald zurück ins Hotel und spielten noch ein paar Spiele, bis wir schließlich schlafen gingen.  

Morgens gab es ein tolles schottisches Frühstück, welches uns für den Tag und die spätere Rückfahrt nach Edinburgh, stärken sollte. Wir checkten aus und fuhren runter ins Dorf. Dort schauten wir uns die glitzernde Sonne auf dem Meer an, welche kurz zuvor aufgegangen war. In Tobermory liegen am Hafen viele bunt angestrichene Häuser, wodurch alles noch schnuckeliger aussieht.

Bevor wir mittags die Fähre zurück aufs Festland nehmen würden, wollten wir die Insel erkunden. Dazu fuhren wir über die vielen kleinen Sträßchen zum Eas Fors Waterfall. Er liegt nah an der Straße und man kann dort schön herumklettern und aufs Meer blicken. Das Wasser war eiskalt, teilweise sogar zugefroren aber wir verbrachten wie so oft viel mehr Zeit als gedacht an diesem schönen Ort.

Wir versuchten auf dem Rückweg, so viel von der Insel zu sehen, wie möglich. So hielten wir an mehreren Stellen an Buchten an oder genossen die wundervolle Landschaft. Ab und zu liefen uns auch ein paar Highland Cows oder Schafe über den Weg.

Wieder im Süden, bei unserem Startpunkt angekommen, reihten wir uns in die Schlage für die Fähre ein und warteten. Wir waren dieses Mal früher angekommen, damit wir nicht so viel Stress hatten, wie auf der Hinfahrt, dafür ließen wir aber ein Schloss in der Nähe aus.

Dieses Mal konnten wir die Fahrt im hellen erleben. Angekommen in Oban fuhren wir, wie schon auf unserem zweiten Kurztrip, zu dem auf einem Hügel gelegenen Tower, und bestaunten die Aussicht und die Inseln auf dem Wasser, von einer davon waren wir gerade gekommen.

Da wir noch den ganzen Tag vor uns hatten, machten wir einen größeren Umweg und fuhren nach Inverary. Dieses charmante Städtchen bestand nur aus wenigen Straßen, besaß aber ein riesiges Schloss. Dieses war wegen der Jahreszeit leider wieder mal geschlossen und dieses Mal konnten wir nicht einfach hineingehen, da drum herum viele Menschen spazieren gingen und es von Zäunen umgeben war. 

Schließlich fuhren wir zurück nach Edinburgh und freuten uns, endlich nicht mehr in dem Auto zu sitzen, welches zum Ende hin immer mehr und mehr beschlagen ist. Wir brachten das Auto zum Flughafen, gingen noch kurz über den Weihnachtsmarkt und schließlich schlafen, da Nico und Sandra früh morgens zurück nach Deutschland fliegen würden.

Unser Auto war zwar für 7 Personen ausgelegt, konnte aber dem Wetter und uns Insassen nicht standhalten und so beschlugen trotz komplett aufgedrehter Lüftung, andauernd unsere Fenster. Auch bei Eiseskälte, mussten wir immer wieder die Fenster runter drehen, sodass vor allem der Fahrer etwas sehen konnte. Dafür verfluchten wir alle das Auto ein bisschen, aber es brachte uns immerhin heil an die Orte, an die wir wollten.

Auch wenn wir nur eine Nacht und eine kurze Weile auf der Ilse of Mull verbracht haben, war es ein super Kurztrip mit vielen Highlights. Es gab tolle Gespräche und auch wenn unsere Besucher sich gegenseitig nicht kannten, verstanden wir uns alle gut und hatten viel zu erzählen.

Bald stand unsere letzte Reise hoch in den Norden an. Den Beitrag dazu findest Du hier.

Jummy ein bisschen Eis geht immer 😛

Kanntest Du die Ilse of Mull bereits oder war es auch für Dich ein unentdeckter Ort? Schreibe mir gerne in die Kommentare was Du auf Deinen Schottlandreisen erlebt hast.

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