Schottland Kurztrip No.3 – Familytour

Schottland Kurztrip No.3 – Familytour

Der Oktober war unser Besuchermonat. Den ganzen Monat über kamen Freunde oder Familie zu uns nach Schottland geflogen um uns zu besuchen. Da wir ein Haus mit 6 Schlafplätzen hatten, konnten alle kostenfrei bei uns übernachten und so war der Urlaub kostengünstiger. Auch meine Eltern und meine Schwester wollten mich besuchen und sich Edinburgh und Schottland anschauen. Sie wollten ca. eine Woche bleiben und wir planten ein Auto zu mieten um einen längeren Ausflug über drei Tage machen zu können.

Als meine Familie ankam, holten wir direkt das Auto ab und gingen abends einkaufen. Am nächsten Morgen wollten wir losfahren und ich packte wieder schnell meinen Rucksack und einen Beutel. Da auch meine Mama und Schwester Outlander-Fans waren, standen viele Locations der Serie auf dem Programm. Starten wollten wir direkt mit dem Hopetoun House nahe bei Edinburgh gelegen. Es ist ein Anwesen, in dem noch heute teilweise Privatleute Leben. Auch als wir dort ankamen, war die Flagge gehisst, was bedeutet, dass jemand „zu Hause“ war und wir es nicht von innen besuchen durften. Wir konnten es nur von etwas weiter entfernt betrachten und fuhren weiter zum nächsten Stopp.

Midhope Castle ist im Outlander das Anwesen von der Familie des Hauptdarstellers Jamie Fraser. Es ist schlicht gehalten und man kann es nur von außen betrachten.

Danach fuhren wir zum Blackness Castle. Auch wenn ich dort schon auf unserem letzten Trip gewesen waren, wollte ich zusammen mit meiner Familie noch einmal hineingehen. Bei diesem Schloss entdeckten wir den „Historic Scotland Explorer Pass“, mit dem man sich in ganz Schottland über 70 verschiedene Schlosser anschauen kann. Dieser ist in drei Etappen buchbar, 3 Tage, 7 Tage und 14 Tage.

Wenn Du viele Schlösser auf Deiner Reise besichtigen möchtest, (was in Schottland sowieso oft ein Muss ist) lohnt sich dieser Pass wirklich. Es gibt Studentdiscounts und auch teurere Schlösser wie, Edinburgh Castle (20Pfund) und Stirling Castle (16Pfund), sind enthalten. Schon nach wenigen Schlössern ist der Pass billiger, als die Eintrittspreise der einzelnen Castles.

Für weitere Infos: https://www.citypassvergleich.de/edinburgh/historic-scotland-explorer-pass/

Wir besichtigten das Schloss und fuhren zum Stirling Castle. Hier wurde Maria Stuart, die berühmte schottische Königin, gekrönt. Im Schloss können viele Räume, die noch mit den Möbeln versehen sind, betrachtet werden. Auch die große Halle, welche eine faszinierende Decke aus Holz hat, kann man besichtigen. Nicht weit vom Schloss entfernt liegt noch ein größerer Friedhof mit hunderten sehr alten Grabsteinen. Den schauten wir uns im Anschluss auch noch an und sahen und die bald untergehende Sonne an.

An diesem Tag wollten wir noch zum Doune Castle fahren. Wir wussten, dass es bereits geschlossen sein würde, aber wir wollten wenigstens einmal drum herumlaufen. Danach ging es nach Perth zu unserem dort gebuchten Airbnb. Es war bei einer älteren Dame, sie hatte über ihrer Garage noch eine kleine Wohnung, die sie vermietete. Es war klein, aber für eine Nacht super. Wir kauften uns ein kleines Take Away und aßen es in der Wohnung.

Am nächsten Morgen wollten wir uns die Gegend um Perth einmal genauer anschauen, denn auch hier gab es mehrere Schlösser und schöne Aussichten. Zunächst wollten wir zum Elcho Castle fahren, da dies auch in unserem Pass dabei wäre. Da es schon relativ spät im Jahr war, hatten einige Schlösser leider schon für den Winter geschlossen und wir konnten es uns nur von außen anschauen.

Weiter ging es dann zum Huntington Tower Castle. Dort angekommen war die Frau, die für die Tickets verantwortlich war, in der Mittagspause und kam und kam nicht wieder. Da schönes Wetter war, liefen wir um das Schloss herum und gingen in die Sonne. Nach einiger Zeit wollte ich dann doch einen Blick ins Schloss werfen und schaute nach, ob die Tür vielleicht geöffnet wäre, und sie war sogar offen. So konnten wir uns das Innere vom Schloss ansehen. Hier wurde der Sohn von Maria Stuart einmal gefangen gehalten, bis er endlich fliehen konnte. Als wir von oben bis unten alles gesehen hatten und wieder bei der kleinen Hütte angekommen waren, war die Frau aus ihrer Pause wiedergekommen und wir konnten unser Ticket abstempeln lassen. Sie war super freundlich und meinte, sie hätte extra offengelassen, damit Besucher sich das Schloss anschauen könnten und anschließend bezahlen.

Anschließend wollten wir uns das Scone Palace anschauen. Dort wurden die schottischen Könige auf dem „Stone of Scone“ oder „Stone of Destiny“ ab dem 12. Jahrhundert gekrönt. Noch heute ist es oft in Benutzung. Leider ist dieses Schloss nicht in dem Pass enthalten und auch relativ teuer, daher schauten wir es uns nur von außen an.

Ab November ist der Garten um den Palast kostenfrei zu betreten, in diesem steht auch der Stein.

Da wir an diesem Tag noch bis nach Inverness fahren wollten, ging es für uns weiter. Dorthin hätten wir direkt über die größtmögliche Straße fahren können, aber wir entschieden uns, für die vielen kleinen „one-line-streets“, um einen weiteren Drehort aufzusuchen. Wir wollten zu dem wichtigsten Ort der Outlander Serie, dem Ort, an dem Claire (Hauptdarstellerin) „durch die Steine geht“. Die Steine gibt es leider nur in der Serie an genau diesem Ort, aber der Hügel und die Bäume drum herum sind dieselben.

Kaum ein Mensch war in dieser Gegend unterwegs und es war wunderschön. Es gab eine tolle Aussicht und alles fühlte sich magisch an, da die Steine moosbewachsen und die Bäume fast perfekt in einem Kreis standen. Der Umweg war es auf jeden Fall wert gewesen. Nun konnten wir über die größere und schnellere Straße nach Inverness, unserem Tagesziel, weiterfahren.

Dort hatten wir ein Familienzimmer in einem Guesthouse gebucht. Abends bestellten wir etwas Indisches und schauten die Fotos vom Tag an. Morgens gab es ein leckeres Frühstück mit allen schottischen Spezialitäten. Die Gastgeberin brachte und Toast, Eier, Tee und weiteres an unseren Tisch. Nachdem wir uns gestärkt hatten, wollten wir beim Inverness Castle vorbeischauen, bevor es zum Loch Ness gehen sollte. Das Castle ist ein klassisches schottisches Castle und wird heute zum Beispiel für Standesamtliche Hochzeiten genutzt.

Loch Ness ist der größte See in Schottland und wahrscheinlich auch der bekannteste. Dies hat er eines Tieres zu verdanken, Nessi. In der Gegend gibt es daher überall Shop, Museen und weiteres über das vermeintliche Wesen. Wir wollten aber weniger wegen Nessi zum See, sondern wegen eines weiteren Castles: Urquard Castle. Diese Ruine ist sehr touristisch, aber lohnenswert. Es ist eins meiner Favoriten in Schottland, auch wenn nur noch Teile davon stehen.

Früher wurde häufig um dieses Schloss gekämpft, da die Position so gut war. Viele schottische Clans wollten es für sich beanspruchen und so sprengten es schließlich diejenigen, die es zuletzt besaßen, in die Luft, da sie nicht gegen die Überhand von Gegnern angekommen wären. So wurde es zur Ruine und die Natur nimmt die Steine wieder ein. Das Besucherzentrum ist groß und mit einem Souvenirshop und einem kleinen Kino ausgestattet. In diesem wird ein kurzer Film über die Geschichte des Schlosses gezeigt. Anschließend kann man es besichtigen.

Daraufhin wollten wir uns eine weitere historische Denkstätte anschauen, welche auch in der Outlander Serie behandelt wird. Im 18. Jahrhundert ist auf dem Culloden Battlefield etwas tragisches passiert. Dies ist der Ort, an dem sich ein dramatischer Kampf zwischen Engländern und schottischen Highländern zugetragen hat, den die Schotten grauenvoll verloren. Alle Überlebenden wurden später Exekutiert, sodass es so gut wie keine Überlebenden gab. Auf dem Battlefield kann man heute viele Steine mit den Clan-Namen der Schotten finden, die in diesem Battle kämpften und starben. Es ist eigentlich nur eine riesige, sumpfige Wiese, aber man kann deutlich spüren, dass sich hier etwas Schreckliches zugetragen hat.

Im Internet steht oft, dass das Battlefield Eintritt kostet, aber Du kannst Dir die „Wiese“ einfach so anschauen. Ich denke es gibt extra Führungen für die der Preis gilt.

Weiter ging es zu den Clava Cairns, diese sind in der Nähe des Battlefields. Die Cairns sind mehrere Steinkreise, von denen die Idee für die Zeitreise der Outlander Serie stammt. Eigentlich sind es Grabstätten, die schon hunderte Jahre alt sind. Man fährt immer weiter ins Niemandsland und kommt zu einer Wiese, auf der mehrere, größere und kleinere Steinkreise aufgestellt wurden. Es gibt auch noch zwei „Steinhaufen“ wo die Gräber drunter gebaut wurden (eigentlich sind die Steine ordentlich und genau aufgestellt worden).

Wir wollten anschließend noch eine Whisky Distillery besuchen, aber da in Schottland alles um 4pm schließt, waren wir leider zu spät und konnten es nur von außen anschauen. Dafür fuhren wir noch zu einer alten Kathedrale, welche mittlerweile eine Ruine war. Auch sie war bereits geschlossen, aber von außen konnten wir alles gut sehen.

Unser letzter Stopp für diesen Tag, sollte das Spynie Castle sein. Es dämmerte zwar schon und auch dieses Schloss war wegen der späten Jahreszeit eigentlich geschlossen, aber da niemand dort war, konnten wir die Tore öffnen und zum Schloss laufen.

Es war dunkel geworden und wir waren immer noch weit im Norden. So starteten wir den Motor und fuhren los, denn wir wollten noch bis Edinburgh fahren (es war wahrscheinlich gerade mal 17:00 Uhr, aber Du weißt ja wie es im Winter immer ist).

In Edinburgh angekommen packten wir schnell unser Gepäck aus und gingen schlafen. Am nächsten Tag wollten wir uns noch gemeinsam die Stadt anschauen, denn in Kürze müsste meine Familie den Rückflug antreten. Meine 11 Highlights in Edinburgh kannst Du Dir hier anschauen. 😀

Was wir mit drei weiteren Freunden auf der Ilse of Mull erleben durften, findest du hier.

Hast Du schon mal eine Tour durch Schottland unternommen und Dir den berühmten Loch Ness angeschaut? Kennst Du vielleicht auch die Outlander Serie und möchtest einmal die Dreh- oder Inspirationsorte entdecken? Konnte ich in Dir das Bedürfnis wecken, auch einmal in dieses tolle Land zu reisen? Schreibe mir gerne in den Kommentaren, was Deine bisherigen Erfahrungen in Schottland waren. 😀

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