Kreditkartendesaster – So lernt man aus seinen Fehlern

Kreditkartendesaster – So lernt man aus seinen Fehlern

Die Kreditkarte gehört auf Reisen außerhalb der EU zu Deinen engsten Freunden, Du achtest immer darauf, dass sie nicht verloren geht. Sie ist genauso wichtig wie der Reisepass, den Du auch immer mit Adleraugen beschützt. Wenn eins von beiden abhandenkommt oder nicht mehr funktioniert, musst Du kreativ werden und einiges Regeln. Bei mir wurde die Kreditkarte nicht geklaut, sondern gesperrt, was mich viel Zeit kostete. Aber man lernt ja aus seinen Fehlern.

Ich war gerade 3 Wochen unterwegs und dabei meinen Tauchkurs zu absolvieren. Ich konnte noch Geld für den Kurs abheben und es gab kein Problem. Nach ein paar Tagen bekam ich dann eine E-Mail von meiner Bank, dass meine Karte gesperrt wäre, da ich wohl bei einem Unternehmen etwas bestellt hätte, welches nun gehakt wurde. Zur Sicherheit sperrte die Bank alle Kunden dieses Unternehmens.  An sich sehr sinnvoll, aber da ich nur diese eine Kreditkarte und auch keine EC-Karten dabeihatte (diese hatte ich extra zu Hause gelassen, damit sie nicht verlorengehen), stand ich erstmal vor meinem Handy und dachte „die wollen mich doch gerade verarschen“. Das wollten sie leider nicht und ich musste erstmal schauen wie ich zurechtkam.

Unpraktischer weise hatte ich auch keine thailändische SIM-Karte und konnte keine Telefonate führen. So fragte ich bei meinen Tauchfreunden nach, ob jemand ein Telefon hätte, mit dem ich nach Deutschland telefonieren könnte. Einer der Jungs hatte eins und ich durfte meine Bank anrufen.

Ich versuchte es unzählige Male und jedes Mal musste ich in der Warteschleife warten und kam am Ende doch nicht durch die Leitung. Wahrscheinlich wollten gerade sehr viele bei der Bank anrufen und hatten ähnliche Probleme, aber ich hätte auch gerne gewusst was ich nun machen sollte.

Am nächsten Tag sprach ich mit einem, der einen höheren Tauchkurs belegt hatte und er meinte, er könnte mir für den Anfang gerne etwas Geld leihen und ich könnte es ihm per Paypal über ein anderes Konto zurückschicken. Er war mein Retter in der Not, denn mein Bargeld ging bald zu Neige und meine Reise sollte noch einige Wochen weitergehen. Am Abend bevor er selber abreiste gingen wir also zu einem ATM und er hob für mich Geld, umgerechnet für ca.200€, ab. Damit sollte ich erstmal 2 Wochen auskommen, vielleicht sogar länger.

Dennoch probierte ich jeden Tag, bei meiner Bank anzurufen, aber jedes Mal wenn ich durch die Leitung kam, musste ich einer neuen Person mein Problem schildern und diese erzählten mir immer wieder das gleiche. Jedesmal wurde ich gefragt, wieso ich denn nur eine Karte dabei hätte, wenn ich ins Ausland gehe, wo ich mich befinde und wie lange ich dort bleiben würde. Ich kam einfach nicht weiter. Da ich gleichzeitig noch dabei war, meinen Tauchkurs zu Ende zu bringen, konnte ich nicht so viel Zeit damit verbringen.

Als meine Reise weiterging, versuchte ich so sparsam wie es ging, zu leben, aber da ich in den Khao Sok Nationalpark fuhr und dort eine relativ teure Tour mitmachte, war das manchmal schwerer als gedacht. Als ich in Bangkok ankam, sagte ich mir, dass ich so lange wie nötig dortbleiben würde und dieses Problem klären würde. Ich buchte mich in ein super günstiges Hostel ein, welches unglaublich netten Menschen gehörte und fragte sie, ob ich mit ihrem Telefon meine Bank anrufen könnte. Sie halfen mir und verstanden meine Situation sofort. Die Frau ließ mich mein Zimmer immer wieder verlängern und gab mit teilweise sogar Rabatte. Ich war ihnen sehr Dankbar, dass sie mich in der Situation so unterstützten.

Nach weiteren hunderten Anrufversuchen war ich endlich mehrfach durch die Leitung gekommen und konnte den Menschen erneut mein Problem erklären. Nach mehreren Tagen mit stundenlangen dasitzen und anrufen konnte mir endlich geholfen werden. Meine Bank würde mir eine Ersatzkreditkarte zuschicken, mit dieser könnte ich in Banken am Schalter Geld abheben. Dummerweise haben diese Karten keine Pin-Nummer wodurch nicht 100%ig klar war, dass ich auch wirklich an Geld kommen würde. Aber eine mehr oder weniger funktionierende Karte war besser als eine gesperrte Karte, daher war ich sehr froh, dass sie mir schnell zugeschickt werden konnte.

Ich durfte die Adresse des Hostels angeben und eine erste Erleichterung kam auf. So konnte ich in den nächsten Tagen auch mehr die Umgebung um Bangkok anschauen und als ich eines Abends zurückkam, war meine langersehnte Karte angekommen. Es klappte alles sehr gut und sie war schneller da, als ich es gedacht hätte. Nun musste ich nur noch eine Bank finden, die mich ohne Pin, Geld abheben ließ.

Das allein wäre nicht sonderlich kompliziert gewesen, aber da die Thailänder wenig englisch verstehen, musste ich ihnen jedes Mal irgendwie deutlich machen, dass ich nur mit einer Unterschrift bestätigen kann, dass dies meine Karte ist, da es nur eine Ersatzkarte war (in Vietnam wurde dies noch schwieriger). Aber nach mehreren Versuchen fand ich eine Bank, in der es mir möglich war, auf diese Weise Geld abzuheben. Ich musste zwar ca. 5-8% Gebühren zahlen, aber das war mir in der Situation egal, ich war froh, endlich wieder Bargeld in den Händen zu halten.

Auf diese Art musste ich nun für den Rest meiner insgesamt 10-wöchigen Reise an mein Geld kommen. In jedem neuen Land musste ich erstmal nach einer passenden Bank suchen, an der ich nur mit Unterschrift an mein Geld kam. Ich musste immer mit Bargeld zahlen (was in Asien glücklicherweise relativ verbreitet und einfach ist) und konnte nie „mal eben“ an einem ATM umgerechnet 10€ abheben, sondern musste direkt größere Mengen abheben, damit ich so lange wie möglich ohne Bank auskam.

Fazit:

Ich werde auf jeden Fall nie wieder mit nur einer Geldkarte in andere Länder fahren. Wenigstens die Girokarte werde ich ab jetzt immer mitnehmen. Es gab für mich im Endeffekt zwar nichts negatives (außer, dass ich vielleicht ein paar mehr Gebühren beim Geldabheben zahlen musste), aber einen solchen Aufwand möchte ich in Zukunft nicht wieder betreiben. Mehr als eine Woche habe ich hin- und her telefoniert und konnte meine Zeit nicht so nutzen, wie ich es eigentlich geplant hatte.

Dennoch bin ich immer noch unglaublich froh und dankbar, dass mir diese tollen Menschen geholfen haben und ich durch sie an Geld und Telefone kam wodurch ich mein Problem lösen konnte. Es war auf jeden Fall eine Erfahrung, aber ich möchte ungern, dass sie sich wiederholt.

Hinterher ist man immer schlauer, aber manchmal kann man Problemen vielleicht auch vorbeugen und sicherheitshalber etwas mehr von wichtigen Dokumenten mitnehmen.

Ich hoffe ich konnte auch Dir zeigen, dass es doch manchmal besser ist zwei Geldkarten mitzunehmen und dafür vielleicht etwas Kleidung zu Hause zu lassen. Ich hoffe auch, dass Dir eine solche Situation selbst noch nicht passiert ist.

Hattest Du schon mal kritische Situationen mit Deiner Kreditkarte oder verlief bei Dir bisher immer alles gut und nach Plan? Schreib mir dies gerne in die Kommentare. 😀

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